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René Steinberg gastierte im Zimmertheater

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Erlebten einen Abend mit toller Resonanz (v.l.): Stefan Marx, René Steinberg und Simon Hillebrand.

© Foto: privat

Höxter (ozm) - Viele bekannte Gesichter befanden sich unter der gut aufgelegten Publikumsschar. Während der ein oder andere noch ganz blau hinter den Ohren gespannt auf sein erstes Mal wartete, stellten sich alte Hasen auf einen lustigen, stimmungsgeladenen und ausgelassenen Abend im Café & Zimmertheater ein. Der war nicht nur vollgepackt mit humorvollen Anekdoten, musikalischen Einlagen und Witzen aus den verschiedensten Epochen. Nein, Komödiant René Steinberg hatte auch jede Menge Tiefgründiges im Gepäck. Die etwas andere Therapiesitzung war unvergleichlich, spritzig und gespickt mit einer Positivität, die das Publikum ansteckte. Im neuen Programm des Künstlers bekommen nicht nur bekannte Persönlichkeiten ihr Fett weg. In "Freuwillige vor! Wer lacht, macht den Mund auf" werden auch aktuelle Themen aufs Korn genommen. Ob sich ständig inszenierende Influencer oder das immer griffbereite Smartphone, das einfach nicht still sein will. "Selbst im Urlaub hat man keine Ruhe", so Steinberg. "Andauernd macht sich das Smartphone mit einem nervigen ding-ding-ding bemerkbar." Unwichtige Nachrichten würden an alle möglichen Kontakte verschickt werden. "Das sind Menschen, die nicht kommunizieren, sondern sich inszenieren." Es sei ein Phänomen unserer Zeit alle als bekloppt wahrzunehmen. "Wir haben viel Wut in uns", philosophierte der Autor. Entschleunigen sei die Lösung. Die Menschen sollten die Perspektive wechseln und ihre innere Haltung überdenken. "Wut hilft uns nicht weiter. Lachen hilft!", riet Steinberg den gebannt lauschenden Theaterbesuchern. Humor sei Macht. "Humor findet überall statt. Achten Sie mal darauf", so der Mettbrötchen- und Elvis-Fan. Selbst in der Kindererziehung greift der Humorist auf die sympathische Begabung, Alltäglichem mit heiterer Gelassenheit zu begegnen, zurück. Bei zwei pubertierenden Kindern helfe manchmal nur eines: Peinlich sein. Pubertät sei nichts anderes als Umbaumaßnahmen im Körper. Und Ausdrücke wie "Ey, Alter!" und "Ey, chill ma!" seien irgendwann auch wieder Geschichte.
Er analysierte Popsongs aus dem Radio, parodierte Klaus Kinski, Reiner Calmund sowie Herbert Grönemeyer und schleuderte mit Witzen um sich, bei denen sich das Publikum die Bäuche vor Lachen hielt. "Wie klingt ein sich übergebender besoffener Engländer?", fragte der Humorist in die Runde und gab nur Sekunden später die Antwort: "Brexit."
Zitate von Friedrich Nietzsche bereicherten das Programm ("Fast überall wo es Glück gibt, gibt es Freude am Unsinn.") ebenso wie eine beeindruckende neumodische Inszenierung von Goethes "Faust". Die band nicht nur das Publikum mit ein, sondern war auch gewürzt mit neuen Textpassagen aus der Steinberg'schen Feder.
Wer Lust hat auch mal einen Abend Theaterluft zu schnuppern, sollte sich beeilen, denn es sind nur noch wenige Plätze frei. Am Mittwoch, den 22. Mai 2019, gibt es einen Zusatztermin am Nachmittag. Kabarettist Stephan Bauer gastiert mit seinem Programm "Vor der Ehe wollt' ich ewig leben" auf der Bühne des Café & Zimmertheaters. Einen Mix aus Comedy und Lesung präsentiert Sebastian Lehmann am 6. Juli 2019 mit "Elternzeit". Weitere Infos gibt es auf der Homepage: www.cafe-zimmertheater.de oder direkt im Café bei den beiden Betreibern Stefan Marx und Simon Hillebrand.

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