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Humorvolles Neujahrskonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie

“Happy Birthday” und „Goodbye Britain“

Von Barbara Siebrecht
Brakel – Das Neujahrskonzert war eine Hommage an den Geburtstag der Komponisten Franz von Suppé und Jacques Offenbach (je der 200.) mit dem Vortrag einiger ihrer Werke und als 15. Konzert der Nordwestdeutschen Philharmonie in Brakel selbst ein kleines Jubiläum. Auf Einladung des Kulturrings feierten die Musiker und das mit rund 450 Zuschauern voll besetzte Haus den Jahresbeginn humorvoll und beschwingt.

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Anna Werle bewies Humor und sang im Hühnerkostüm das „Couplets de la Poule“ von Offenbach.

© Foto: Siebrecht

Der Dirigent und Moderator David Marlow, gebürtiger Brite und in Deutschland aufgewachsen, präsentierte noch einmal mit Witz und Charme Werke aus dem vereinigten Königreich, „bevor vielleicht wegen des Brexits ein Ausfuhrverbot für Musik“ gelten könnte.
Der Empire Song von Arthur Sullivan, ein Komponist, der die „Comic Opera“ der viktorianischen Zeit stark beeinflusste, wurde um getextet zum hektischen „Queen-Song“ vorgetragen. Ihr schauspielerisches Talent bewies dabei die Mezzosopranistin Anna Werle einmal mehr und erschien im rotem Kleid mit Hut, Handtäschchen und Stoff-Beagle als Queen Elisabeth II. „So halt ich mich seit Jahren fit im immer gleichen Queen-Outfit“ sang sie zum Entzücken des Publikums und winkte authentisch.

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Die Party-Laune aus der Operette „Die Fledermaus“ sprang über, als Anna Werle sang „Ich lade gern mir Gäste ein“ und dabei mit der Sektflasche jonglierte.

© Foto: Siebrecht


Zum Thema Britannien passte auch wunderbar „Themes from 007“ von John Barry, in dem die Zuhörer unter anderem die Melodien aus den Bond-Filmen von „Goldfinger“, „Live an let die“ oder „For your eyes only“ erkannten. Zum 100. Geburtstag der argentinischen Präsidentengattin und Volksheldin Eva Perron präsentierten die Musiker „Don´t cry for me Argentina“ aus dem Musical von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Anna Werle erzeugte dabei Gänsehaut im Publikum mit ihrem gefühlvollen Vortrag. Ein Gegenstück zu den meist temporeichen Werkauswahl war „By the sleepy lagoon“ von Eric Coates, bei dem die Zuschauer vor ihrem inneren Auge auf den Wellen glitzerndes Sonnenlicht und weissandige Strände mit Palmen entstehen ließen.
Die Zugaben, die versehentlich schon im Programm abgedruckt waren, forderte da Publikum mit begeistertem Applaus energisch ein und kam in den Genuss von Anna Werle im Huhn-Kostüm, die sich für diese köstlichen Spaß nicht zu schade war. Mit dem Radetzky-Marsch, bei dem die Zuschauer mitklatschen durften, ging das 15. Neujahrskonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie zu Ende. Das Publikum verließ mit leichtem Herzen und beschwingt den Saal. So fängt das neue Jahr gut an!

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