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Mentoring-Programm in OWL war ein Erfolg

„Frauen macht Politik“ trifft auf großes Interesse

Kreis Höxter (ozm) - Strahlende Gesichter hat es bei der feierlichen Abschlussveranstaltung des Mentoring-Programms „Frauen macht Politik“ gegeben. Mit großer Freude nahmen die Teilnehmerinnen die von der neuen Bundesfamilienministerin Katarina Barley persönlich unterschriebenen Zertifikatsurkunden im feudalen Abgeordnetenhaus in Berlin entgegen.

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Waren mit großem Interesse dabei: Teilnehmerinnen des Mentoring-Programms aus dem Kreisgebiet Höxter bei einer der regional von den Gleichstellungsbeauftragten angebotenen Veranstaltung in der VHS Höxter. Vorne von links: Beate Rehker, Ulrike Rustemeier, Bettina Potthoff, Walburga Neu und Mechthild Cramme. Zweite Reihe von links: Sabine Schonlau, Gaby Böker, Andrea Dangela und Nadine Nolte, dahinter von links Sabine Laudage, Claudia Pelz-Weskamp, Christiane Klare und Karin Wittrock. Es fehlen Anna-Maria Rose und Martina Denkner.

© Foto: privat

Neun spannende Monate mit vielen neuen Eindrücken, Kontakten und zahlreichen Angeboten zur Fort- und Weiterbildung lagen zwischen dem Auftakt in Herford im vergangenen September und dem jetzigen Besuch der Bundeshauptstadt. Zwischenzeitlich hatten die Kandidatinnen des Mentoring-Programms an zahlreichen Veranstaltungen in ganz OWL teilnehmen können, angefangen von den persönlichen Austauschtreffen in ihren Tandems, über politische Themennachmittage und Seminare zur Rhetorik, Stimmbildung oder kommunalpolitischen Wissensvermittlung. Auch Besuche im Land- und Bundestag standen auf dem Programm.
Das Mentoring-Programm „Frauen macht Politik“, das das Ziel hatte, Bürgerinnen an die Kommunalpolitik heranzuführen, wurde durch die Gleichstellungsbeauftragten der Kreise und Städte mit Unterstützung des parteiübergreifenden Helene-Weber-Kollegs (HWK) Berlin in Ostwestfalen-Lippe organisiert. Insgesamt 35 Tandems aus der Region haben an dem Programm teilgenommen. Ein Tandem bestand dabei immer aus einer erfahrenen Politikerin als Mentorin und einer noch unerfahrenen aber an Politik interessierten Frau aus der Region.
„Leider ist in unseren Kommunalparlamenten der Frauenanteil heute noch unglaublich gering“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung Höxter, Gaby Böker. „Es wird höchste Zeit, diese Unterrepräsentanz von Frauen als Manko zu benennen. Denn der Kommunalpolitik geht fast die Hälfte an Lebenserfahrungen, Sichtweisen und Kompetenzen verloren, wenn die Parteien es auf Dauer nicht schaffen, Frauen für ihre Themen und Ziele zu gewinnen“, so Böker.
Das Mentoring-Programm habe nun gezeigt: Frauen werden durch weibliche Vorbilder, die als Mutmacherinnen zur Seite stehen, gestärkt, sich in die Kommunalpolitik zu wagen. Eine Mentee aus Höxter resümierte bei der Zertifikatsübergabe lächelnd: „Ich habe in den vergangenen Monaten erkannt, dass Abgeordnete in unserem Stadtrat auch nur mit Wasser kochen. In viele Themen kann man sich einarbeiten und sie zudem im Team beraten. Ich habe Lust, mich einzubringen und weiß jetzt, dass ich das auch kann.“
Zwar sprangen am Ende der Laufzeit nicht alle Mentees auf das Pferd „Kommunalpolitik“ auf. Doch etliche der Teilnehmerinnen hat das Programm dazu bewegt, erstmals in eine Partei einzutreten und dort auch Ämter selbstbewusst zu übernehmen. Nicht wenige Teilnehmerinnen erklärten bei der Frage nach ihrem nächsten Schritt, dass sie sich für die nächste Kommunalwahl aufstellen lassen wollen.
Am Ende hat sich gezeigt, so ein Mentoring-Programm kann ein Weg sein, Frauen den Weg in die Kommunalpolitik zu erleichtern. Für alle Teilnehmerinnen waren die vergangenen neun Monate eine Bereicherung. Auch über politische Parteigrenzen hinweg, haben sich nicht nur neue Bekanntschaften, sondern zum Teil auch echte Freundschaften gebildet.

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