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"Fill the bottle challenge“ am Berufskolleg

30.000 Zigarettenstummel gesammelt

Höxter (brv) - Knapp 60 Schülerinnen und Schüler der Unterstufen der Höheren Berufsfachschule sowie der 11. Klasse des Beruflichen Gymnasiums sammelten 2 1/2 Stunden lang auf unterschiedlichen Routen durch Höxter Zigarettenkippen von Wegen und Straßen auf.

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(v.l.) Michaela Lücking-Freytag, Lukas Prange, Hubertus Abraham, Nick Ertel, Jakob Reisige, Wiebke Weiß, Silke Niemeier, Julius Funk, Sonja Sprock, Dr. Britta Gohs.

© Foto: Berufskolleg Höxter

Im Rahmen eines Umweltaktionstages wollten sie zeigen, wie achtlos Raucher mit diesem Sondermüll umgehen.
Weltweit werden laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich etwa 5,6 Billionen Zigaretten geraucht. Geschätzte 4,5 Billionen landen danach nicht im Aschenbecher oder in der Mülltonne, stattdessen wird der Stummel einfach weggeworfen. Nach WHO-Schätzungen addieren sich die Kippenreste so zu einem Müllberg von ungefähr 680.000 Tonnen im Jahr. Die Zigaretten gefährden die Umwelt mit den enthaltenen Giftstoffen. Die Filter aber sind zusätzlich problematisch: Sie bestehen hauptsächlich aus dem nur schwer abbaubaren Kunststoff Celluloseacetat und sind für einen unermesslich großen Berg von toxischem Sondermüll verantwortlich, der bei Regen in den Boden und ins Meer gespült wird. So kann eine Zigarettenkippe  für Kleinkinder extrem gesundheitsgefährdend und pro Liter Wasser für Fische bereits tödlich sein. Zudem verrotten Zigarettenfilter äußerst langsam. "Im Süßwasser dauert es 15 Jahre bis Zigarettenstummel vollständig zerfallen, im Salzwasser geht man sogar von 400 Jahren aus", so das Kärntner Institut für Seenforschung.
Das Ergebnis der Aktion ist so beeindruckend wie erschreckend zugleich. Knapp 6,5 kg Zigarettenstummel wurden in dieser kurzen Zeit gesammelt. Das zeigt, wie wichtig es ist, auf diese scheinbar kleine Umweltsünde aufmerksam zu machen.

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Die Zigaretten wurden in Eimern gesammelt.

© Foto: Berufskolleg Höxter


Doch diese Challenge war nicht alles, was der Umweltaktionstag zu bieten hatte. Während die Schüler sammelten, verkauften die Organisatorinnen des Tages, Britta Gohs, Michaela Lücking-Freytag, Silke Niemeier und Sonja Sprock an einem Stand auf dem Markt selbstgebackenen Kuchen, Kaffee  und „Die gute Schokolade“. Der Verkauf von nur fünf Tafeln dieser von der Stiftung Ökotest als beste getestete Schokolade führt im Rahmen des Projekts „Plant for the planet“ zur Anpflanzung eines Baumes in Mexico. Dort wachsen die Bäume aufgrund des Klimas schneller als in Europa. Alle Verkaufserlöse fließen nun in das Projekt „Plant for the planet“ und ein Höxteraner Pflanzprojekt.
Die Organisatorinnen sowie die Schülerinnen und Schüler zeigten sich angesichts der Menge der liegengebliebenen Zigarettenkippen sehr erstaunt, waren aber insgesamt sehr zufrieden mit den Ergebnissen dieses Umweltaktionstages. Das Ziel, auf dieses vermeintlich kleine Umweltproblem aufmerksam zu machen und zusätzlich mit der Neupflanzung von Bäumen dem Klimawandel entgegenzutreten, wurde voll erreicht.
Für die Unterstufenklasse der Höheren Handelsschule HBWU1H brachte der Umweltaktionstag ein freudiges Ergebnis: Sie gingen aus dem Wettbewerb knapp vor der Klasse GWE1H des Beruflichen Gymnasiums als Gewinner hervor. Als Belohnung winkt ein Pizzaessen für die gesamte Klasse – gestiftet vom Förderverein des Berufskollegs.
Zum Abschluss der „Fill the bottle challenge“ wurden  rund 30.000 Zigarettenkippen an Hubertus Abraham von der Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft des Kreises Höxter übergeben. Die Vertreter der teilnehmenden Klassen der Höheren Handelsschule und des Beruflichen Gymnasiums wurden begleitet von den beteiligten Lehrerinnen.
Für eine fachgerechte getrennte Müllentsorgung haben die Klassen sich darum gekümmert, die Zigarettenkippen aus den Flaschen in Eimer umzuschütten - wegen des starken Nikotingeruchs eine sehr unangenehme Erfahrung! Aber nur so konnte sichergestellt werden, dass die Plastikflaschen später recycelt werden können.
Die Schülerinnen und Schüler gaben die Anregung, dass in der Stadt Höxter mehr Aschenbecher aufgestellt werden sollten, damit in Zukunft weniger Zigarettenkippen achtlos weggeworfen werden.

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