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Zentrum für Migration

Auf den Ernstfall vorbereitet

Eschershausen (ozm) - Das Zentrum für Migration in Eschershausen ist nach wie vor der erste Anlaufpunkt für Flüchtlinge im Landkreis Holzminden. Hier können die im Moment aus über 20 Nationen stammenden Menschen ankommen, in Ruhe ihre behördlichen Dinge regeln und im Idealfall dann in Einzelwohnungen weitervermittelt werden. Das ZfM ist damit die einzige größere Gemeinschaftseinrichtung, die vom Landkreis selbst betrieben wird.

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Das Zentrum ist auf den Ernstfall vorbereitet (v.l.): Volker Rojahn (Bereichsleiter Migration im Landkreis), Marie-Luise Niegel (kommissarische Dezernentin Bildung und Kreisentwicklung) und Landrat Michael Schünemann im Foyer des Zentrums für Migration in Eschershausen.

© Foto: Peter Drews/Landkreis Holzminden

Grund genug für Landrat Michael Schünemann, sich einmal vor Ort ein Bild von der Situation zu verschaffen und sich dabei auch über geplanten Maßnahmen im Fall von Corona-Infektionen zu informieren.
Rund 90 bis 100 Menschen aus über 20 verschiedenen Nationen beherbergt das Eschershäuser Zentrum für Migration derzeit. Immer wieder kommen dort neue Flüchtlinge an, die von der Niedersächsischen Landesaufnahmebehörde zugewiesen werden. Da gleichzeitig aber Bewohner den Landkreis verlassen oder in Einzelunterkünften untergebracht werden können, wird die Kapazitätsgrenze von etwa 130 Personen im Zentrum nicht erreicht. Die Bereitschaft von Vermietern aus dem Landkreis, Wohnungen an Flüchtlinge zu vermieten sei landesweit vorbildlich, merkt Volker Rojahn beim Besuch von Landrat Schünemann an. Allerdings achte man auch sehr darauf, wen man wohin bei einer Einzelvermietung hin empfehle. „Deshalb funktioniert unser Netzwerk mit den Vermietern sehr gut“, sagt der Bereichsleiter für Migration im Landkreis.
Für Rojahn und seine Mitarbeiter bedeutet die immer noch einigermaßen übersichtliche Zahl von Bewohnern speziell in Coronazeiten einen erheblichen Vorteil. Denn falls jemals ein Corona-Infektionsfall aufträte, müsste schnell und wirksam eine Isolation vorgenommen werden. In dieser Situation ständen im Moment noch genug Reservezimmer zur Verfügung. Obwohl alle von der Landesaufnahmebehörde Zugewiesenen auf jeden Fall vorher getestet werden, ist ein solches Szenario nicht auszuschließen. Denn schließlich führen alle Bewohner ein ganz normales Leben, d. h. sie besuchen Sprachkurse und gehen einkaufen, ihre Kinder gehen in Kitas oder Schulen. Kein Wunder also, dass vor ein paar Monaten schon einmal ein Verdachtsfall auftrat, der sich dann glücklicherweise aber als unbegründet erwies.
Um für einen solchen Ernstfall gerüstet zu sein, hatten Volker Rojahn und seine kommissarische Dezernentin Marie-Luise Niegel sich im Sommer auf die Reise begeben. In einem hessischen Flüchtlingsheim informierten sich die beiden über die dortige Systematik und erarbeiteten anschließend ein Konzept für den Notfall. Das ZfM ist also vorbereitet. Neben einer generellen Maskenpflicht und einem überwachten Einlass in das Gebäude hilft vor allem auch das Wissen, wie die einzelnen Bewohner möglichst schnell zu erreichen sind und wer unter ihnen Risikopatient ist. Im Bedarfsfall gibt es neben den bereitgehaltenen Zimmern für die Quarantäne auch Zugangsbegrenzungen für Gemeinschaftseinrichtungen in den einzelnen Etagen. „Und auch die Kontrollen in und außerhalb des Gebäudes haben wir konzeptionell so umgesetzt, dass über diesen Weg Ansteckungsrisiken minimiert werden“, kann Marie-Luise Niegel dem Landrat berichten.
Das Zentrum an sich sei von der Bevölkerung mittlerweile gut akzeptiert, hatte Volker Rojahn gleich eingangs im Gespräch mit dem Landrat angemerkt. Mit dem entsprechenden Pandemiekonzept dürfte dieses Positivgefühl noch einmal unterstützt werden. „Ich bin froh, dass hier vor Ort so verantwortungsvoll und mit Augenmaß gehandelt wird“, konnte Michael Schünemann jedenfalls am Ende seines Besuches zufrieden feststellen.

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