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Lebenshilfe sucht „Freizeithelden“

Dank LEADER für die kleinen Abenteuer im Alltag

Kreis Höxter (ozm) - Lange Schultage, zeitaufreibender Heimweg, Stunden des Lernens und kaum spannende Freizeit? Das kennen viele Kinder und Jugendliche aus ihrem straff organisierten Alltag.

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Die Projektmanagerin Heike Lubs geht die Herausforderungen des neuen von LEADER geförderten Projektes der Lebenshilfe mit großem Engagement an.

© Foto: C. Sasse/Leader

Und diese Situation ist bei den Schülerinnen und Schülern der Förderschulen der Lebenshilfe, in der Von-Galen-Schule in Brakel-Frohnhausen und in der Schule Unterm Regenbogen in Eversen, auch nicht viel anders. „Die Wege auf dem Land sind lang, da wird es schwierig, außerhalb des Lernbereichs und gewohnten Umfeldes ohne gezielte Unterstützung etwas Aufregendes oder Außergewöhnliches zu erleben“, weiß Heike Lubs, Diplom-Sozialarbeiterin und Heilpädagogin von der Lebenshilfe Brakel.
Doch das soll sich jetzt nun ändern. Unter dem Titel „Freizeithelden“ ist ein großangelegtes, von LEADER gefördertes Projekt an den Start gegangen, das dazu beitragen will, Kinder und Jugendliche mit Behinderung verstärkt am sozialen und gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen – und das mit ihrem ganz persönlichen, individuellen Freizeitwunsch.
Und dieser Wunsch umfasst Bereiche wie Sport, Bildung, Kultur, Veranstaltungen jeder Art. „Ganz gleich, ob jemand Fußball spielen, das Bogenschießen erlernen, bei der Theater-AG mitmachen oder ein Konzert besuchen möchte, wir wollen Freizeit-Wünsche Realität werden lassen“, so Heike Lubs, welche die Projektleitung übernommen hat.
Ein weiteres Ziel des Projektes sei es, dass die Jugendlichen mit Gleichalterigen in der Region in engeren Kontakt kommen, gemeinsam etwas erleben und sich besser kennenlernen können, um auf diese Weise Hemmschwellen und Vorurteile abzubauen. „Alle dürfen mitmachen, denn das genau bedeutet Inklusion“, betont die Projektleiterin, die sich ganz Internet-affin als „Inkluencerin“ sieht.
Heike Lubs weiß natürlich, dass sie viele Menschen für den Freizeitbedarf der Jugendliche generieren muss und engagiert sich in den nächsten Monaten dafür, entsprechende Partner in Sportvereinen, Musikvereinen, Kirchengemeinden, Kulturverbänden, Jugendprojekten und zahlreichen ehrenamtlichen und kommunalen Institutionen zu finden. „Aber das sollte bei der ausgeprägten und vielfältigen Vereinsstruktur im Kreis Höxter kein Problem sein“, zeigt sich die Projektleiterin optimistisch, viele „Freizeithelden“ unter ehrenamtlich Tätigen anzuregen, mitzumachen.
Bevor jedoch es richtig losgeht und konkrete Aktivitäten geplant werden, sollen zunächst einmal die Freizeitwünsche der jungen Leute analysiert werden. Dazu sind rund 200 Fragebögen an die Familien, Angehörigen und Jugendlichen verschickt worden. In den Bögen wird unter anderem gefragt, welche Freizeit-Aktivitäten vor Ort bereits genutzt werden und welches Freizeit-Abenteuer man in Zukunft noch gern erleben möchte. „Erst wenn wir die Wünsche gesammelt und ausgewertet haben, werden wir gemeinsam mit einem hoffentlich großen Pool an ehrenamtlich Aktiven attraktive Angebote für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellen“, betont die Projektleiterin.
Heike Lubs hat in der nächsten Zeit als Koordinatorin und Vermittlerin noch eine Menge zu tun: Denn es müssen Fahrdienste sowie Begleiter organisiert werden, welche die Jugendlichen zu ihren Freizeitabenteuer bringen. Und es müssen sich Übungsleiter darauf einlassen, die Kinder und Jugendlichen mit Handicap in ihr Team zu holen. „Die Ehrenamtlichen stehen nicht alleine, im Fall der Fälle erhalten sie Schulungen und Unterstützung durch Fachkräfte“, zerstreut Heike Lubs mögliche Bedenken.
Weitere Infos unter www.lebenshilfe-brakel.de und www.leader-in-hx.eu.

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