Neuzugewanderte brauchen vor allem warme Bekleidung

Ehrenamtliche Hilfe ist immer noch gefragt

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Das Zentrum für Migration in Eschershausen, in dem im November 40 Neuzugewanderte angekommen sind.

© Foto: privat

Eschershausen (ozm) - Die Zahl der Neuzugewanderten hat zwar drastisch abgenommen in den letzten zwei Jahren. Aber die damit zusammenhängenden Aufgaben bleiben aktuell. Ehrenamtliches Engagement ist weiterhin gefragt. Im Eschershäuser Zentrum freut man sich über Unterstützung.
Rainer Kuhlmann und seine Frau Doris Rauen-Kuhlmann gehören zu denjenigen, die sich schon seit 2015 während des großen Ansturms aktiv engagiert haben. Bis heute helfen sie den Menschen im Zentrum für Migration, aber auch in deren Einzelunterkünften, indem sie gut erhaltene Sachspenden vorbeibringen. Auch im November haben sie wieder jede Menge Geschirr, Besteck, weiche Decken oder Bekleidung in die Goethestraße gebracht, damit die 40 neu dem Landkreis zugewiesenen Bewohner besser zurechtkommen. „So eine Unterstützung bedeutet mehr als nur eine rein materielle Hilfe“, ist Volker Rojahn, Leiter des Zentrums für Migration, überzeugt. Denn den Zugewanderten werde über diesen Weg eine menschliche Zuwendung zuteil, die ein positives gesellschaftliches Miteinander vorlebe.
Schwierig bleibt sowieso, den Kulturschock durch den ansonsten allenfalls raren Kontakt mit Einheimischen abzuschwächen. Deshalb ist die Arbeit der momentan immer noch helfenden ehrenamtlichen Kräfte besonders wichtig. „Aktuell gibt es immer noch Etliche, die den Neuzugewanderten beim Lesen, Verstehen und Beantworten von Post unter die Arme greifen“, sagt Volker Rojahn. Andere wiederum unterstützten bei den Hausaufgaben aus den Sprachkursen, um die Deutschkenntnisse aktiv zu verbessern oder transportierten einfach gebrauchte Möbel. „Für jede dieser freiwilligen Maßnahmen sind wir sehr dankbar“, so Rojahn, „auch wenn es manchmal vielleicht nur Kleinigkeiten sind.“
Keine Kleinigkeit bedeutet im Moment einmal wieder die Sammlung von richtiger Bekleidung. Der Winter mag für alle hier schon lange Lebenden zwar eher mild anmuten, für die 40 neu im November Gekommenen bedeutet er erst einmal eine größere Herausforderung. Denn die Neuen stammen vorwiegend aus afrikanischen Ländern und sind das feuchtkalte mitteleuropäische Klima kaum gewöhnt. „Deshalb bitten wir um weitere Spenden insbesondere von gut erhaltenen Winterjacken, Pullovern und Hosen in kleinen Größen, Männer, Frauen, Kindern und Säuglingen“, appelliert Volker Rojahn. Und an zusätzlichen Wolldecken, warmer Bettwäsche sowie kleinen Töpfen und Pfannen mangele es auch. Wer also solche Dinge übrig habe, dessen Spende sei gern gesehen.
Und auch jedes aktive Engagement, etwa in Form eines Gesprächsreises oder eines Kreativ-, Spiel- oder musischen Angebotes für die Bewohner, sei willkommen, betonen die Mitarbeiter des Zentrums. Wer etwas für die Neuankömmlinge tun möchte, kann sich unter Tel. 05534/30056712 und 15 bei Volker Rojahn bzw. Susanne Krug melden oder bei Katja Haut unter Tel. 05534/30056722.