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Bürgerstiftung übergibt Machbarkeitsstudie

Ein Duftmuseum für die Kreisstadt?

Von Barbara Siebrecht
Holzminden – Die Idee ist nicht neu aber die Chancen für eine Umsetzung waren vielleicht noch nie so gut wie heute. Im Auftrag der Bürgerstiftung wurde eine Machbarkeitsstudie für eine interaktive Erlebniswelt zum Thema Düfte und Aromen erarbeitet und kürzlich an Bürgermeister Jürgen Daul übergeben.

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Johannes Hofmeister und Albrecht Habermann von der Bürgerstiftung, Bürgermeister Jürgen Daul, Kathrin Konradt (Bürgerstiftung), Verleger Jörg Mitzkat und Freiraumplanerin Birgit Czyppull bei der Übergabe der Machbarkeitsstudie im Dienstzimmer des Rathauses.

© Foto: Siebrecht

Eine 1. Studie von Dörte Becker aus dem Jahr 1994 lag noch im Holzmindener Bauamt vor. Damals wurde ein Duftmuseum im Stadtmuseum in der Bahnhofsstraße angestrebt. Die Machbarkeitsstudie zur Erlebniswelt von MuseoConsult aus Stuttgart geht heute von einem interaktiven Museumskonzept mit 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in einem 2-geschossigen Gebäude aus. Im Konzept angedacht sind sechs Themen, darunter die biologischen Vorgänge beim Riechen und Schmecken, die Geschichte des Vanillins, Düfte und Aromen im Alltag und ein Schülerlabor. Der Standort muss innenstadtnah liegen und im Besitz der Stadt sein. Ein möglicher Standort wäre der heutige Duftgarten am Weserufer. Laut Studie würde das Museum bei einer jährlichen Anzahl von 80.000 Besuchern und einem Eintrittspreis von sechs Euro einen Gewinn erwirtschaften. Der Wildpark in Neuhaus verzeichnet jährlich etwa 60.000 Besucher. Die Chance für eine gelingende touristische Vermarktung sahen die Anwesenden und die Studie als gut an. Man erkannte Verknüpfungsmöglichkeiten mit dem bestehenden Angebot in Holzminden, mit dem Welterbe Corvey, der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, und der Landesgartenschau Höxter. Das Duftmuseum könnte als Leuchtturmprojekt das örtliche Angebot abrunden und die örtliche Wirtschaft fördern. Ein Duftmuseum in Holzminden wäre neben dem Duftmuseum in Grasse (Frankreich) das Einzige in Europa. Ähnliche Themen würden z. B. mit dem Schokoladenmuseum und dem 4711 Museum in Köln aufgegriffen. Träger und Betreiber sollte die Stadtmarketing GmbH sein, die ihre in das Museumsgebäude verlegen würde.
Der Bürgermeister dankte dem Bürgerverein und allen Unterstützern für ihr großes Engagement und sagte: „Düfte und Aromen haben Holzminden geprägt und prägen es noch. Der Rat ist vorinformiert und wird innerhalb weniger Tage die Unterlagen erhalten.“ Die Zeit für eine mögliche Umsetzung drängt, denn in der Untersuchung wurden auch Fördermöglichkeiten abgeprüft. Planerin Birgit Czyppull berichtete, dass hohe Fördermittel von der NBank in Aussicht gestellt wurden. Die NBank ist das zentrale Förderinstitut des Landes Niedersachsen und hat das Ziel, durch die Umsetzung touristischer Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit ansässiger kleiner und mittlerer Unternehmen zu steigern . Die Kosten für das interaktive Museum wären bis zu 70 Prozent förderfähig. Die Studie geht von Kosten um 4 Millionen Euro aus. Der Rat der Stadt Holzminden müsste im Mai eine Grundsatzentscheidung treffen und die Detailplanung in Auftrag geben.-Die Erlebniswelt müsste bis zum 30. Juni 2022 fertig gestellt sein, den die Förderung laufe im September 2022 aus.

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