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Historische Stadt und Ortskerne

Erbe im Gepäck, Zukunft im Blick

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V.l.: Stefan Rother, Caroline Uhlig, Hermann Temme und Bernd Zimmermann (stellvertretender Vorsitzender der Regionalgruppe).

© Foto: privat

Brakel (ozm) - Erbe im Gepäck, Zukunft im Blick - so lautet der Richtsatz der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt-und Ortskerne. Denn die Arbeitsgemeinschaft, deren Regionalgruppe OWL Brakels Bürgermeister Hermann Temme vorsteht, hat sich zum Ziel gesetzt, baukulturelles, wertvolles Erbe für nachfolgende Generationen zu erhalten.
Ein aktuelles Thema in diesem Zusammenhang ist das Wohnen im historischen Stadtkern. „Wir müssen den Handel und die Dienstleistungen in den Städten halten – gerade jetzt in der Coronakrise“, waren sich Hermann Temme und Stefan Rother, Bürgermeister der Stadt Horn-Bad Meinberg, einig. Hermann Temme führte dazu aus: „Inzwischen stellen wir mit Freude fest, dass junge Menschen in die kleineren Kommunen zurückkehren, denn die Lebensqualität werde mehr und mehr wahrgenommen.“ Entscheidend sei, dass man viele Funktionen auf verhältnismäßig wenig Raum habe und somit die Wege kurz bleiben, so Temme weiter. Die Stadt Detmold stellte in der Sitzung einige positive Beispiele aus der eigenen historischen Innenstadt vor.
Die Arbeitsgemeinschaft blickt hoffnungsvoll in die Zukunft, denn sie hat sich vorgenommen, Baudenkmäler digital erlebbar zu machen. Dies soll im Rahmen des Projektes „L(i)ebe Deine Stadt!“ der Regionale 2022 geschehen. „Aktuell befinden wir uns im Regionale-Qualifizierungsprozess“, führte Caroline Uhlig von der Complan Kommunalberatung aus Bielefeld aus. Virtuelle Stadtrundgänge und digitale 3D-Stadtmodelle sollen Baudenkmäler attraktiver für junge Menschen machen. Dies sei nicht nur in pädagogischer, sondern auch in touristischer Hinsicht interessant für die Kommunen. Pilotkommunen sind Brakel, Minden, Lemgo, Detmold, Rietberg und Rheda-Wiedenbrück. Bis Anfang September soll durch die Firma Complan eine Projektdokumentation eingereicht werden, womit der sogenannte B-Status erreicht werden könne, erklärt Caroline Uhlig. Parallel dazu werde ein Antrag auf Städtebaufördermittel gestellt.
„Der regelmäßige Austausch innerhalb der Arbeitsgemeinschaft bestärkt uns gegenseitig, unser Netzwerk hat viele Vorteile für die einzelnen Mitgliedsstädte“, sagte Vorsitzender Hermann Temme. Denn die kleinen Städte hätten, trotz unterschiedlicher örtlicher Gegebenheiten, dennoch alle mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, erklärte Temme weiter. Und hier bekomme man immer wieder wertvolle Impulse.
Die Regionalgruppe OWL ist mit zwölf Mitgliedern die stärkste der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in NRW. In den Sitzungen sind neben den Vertretern der Mitgliedsstädte auch regelmäßig Verantwortliche aus der Bezirksregierung Detmold, dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW sowie dem der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen vertreten.
In der Arbeitsgemeinschaft NRW sind inzwischen 59 Städte zusammengeschlossen. Neben den Berichten aus den Städten stehen auf den Tagesordnungen der Sitzungen auch immer wieder fachliche Themen wie zum Beispiel der Einfluss von Starkregen auf historische Stadt- und Ortskerne.
Brakel gehört der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt und Ortskerne bereits seit 1997 an.

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