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Detaillierte Planungen erläutert

Großes Interesse am Dorfladen-Projekt

Von Barbara Siebrecht
Amelunxen – Zum Infotag der Projektgruppe auf dem Schulhof der ehemaligen Grundschule waren über 80 Einwohner Amelunxens erschienen und lauschten den Ausführungen der Projektgruppe, die einen Dorfladen als Herz des Ortes erhalten möchte.

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Landsatiriker Udo Reineke, und die Mitglieder der Projektgruppe (v. l.) Chris und Steffi Höttemann, Julia Heße (Einzelhandelskauffrau), Antje Kayser, Frank Hadwiger und Michael Knaup konnten zum Infotag viele Interessierte begrüßen.

© Foto: Siebrecht

Das Lebensmittelgeschäft Grewe wird zum Jahresende geschlossen. Die Inhaber, Ingrid und Wolfgang Grewe und ihre Mitarbeiter gehen nach Jahrzehnten in den wohlverdienten Ruhestand. Die Projektgruppe hat detaillierte Planungen vom Umbauten über Brandschutzvorgaben bis zur Gesellschaftsform und dem Warenangebot für einen Dorfladen in denselben Räumen erarbeitete und stellte auch die Ergebnisse ihrer Fragebogenaktion vor.Landsatiriker Udo Reineke sorgt für humorvolle Denkanstöße zum Thema Dorfladen.
Der Dorfladen soll zu den bisher gewohnten Zeiten öffnen und ein ebenso breites Sortiment anbieten wie bisher, das neben haltbaren und frischen Lebensmitteln auch Drogeriewaren, Schreibwaren, Saisonwaren wie Blumen und einen Getränkehandel mit Sitzmöbelverleih umfasst. Die Einzelhandelskauffrau Julia Heße hat Interesse an der Marktleitung und stellte sich den Bürger*innen vor. Neben dieser Vollzeitstelle würden auch mehrere Minijob-Kräfte eingestellt. Die Geschäftsführung und Zuarbeiten würden ehrenamtlich gestemmt. Als Träger-Modell wird eine Genossenschaft avisiert. Auch mit Zulieferern, dem örtlichen Bäcker und Fleischer und einer Firma, die mit dem Betrieb von Dorfläden Erfahrung hat, wurden Vorgespräche geführt. Wichtig ist den Amelunxern, dass es auch ein regionales Angebot gibt. Service-Angebote wie eine Postfiliale, Paketannahme oder eine Geldausgabe und die Möglichkeit mit Karte zu zahlen wurden in den Fragebögen mehrheitlich gewünscht, von denen 146 abgegeben wurden.

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Frank Hadwiger stellte die Ergebnisse der Fragebögen vor.

© Foto: Siebrecht


Wenn es gelingt, dass 350 Anteile am Dorfladen zu je 250 Euro bis Ende September 2021 gezeichnet werden, wäre genug Startkapital unter anderem für nötige Umbauten und Modernisierungen vorhanden. Leider können Förderprogramme wie LEADER oder Dorferneuerung zunächst nicht in Anspruch genommen werden, weil die Antragsfristen schon abgelaufen sind. Die Nachricht über die bevorstehende Schließung des Ladens wurde dafür zu spät publik. Anträge für Teilaspekte, wie z.B. die Sanierung der Fassade, könnten aber im nächsten Jahr gestellt werden und sind in Vorbereitung.
Sandra Mönikes, eine der Geschäftsführerinnen des Dorfladens Dringenberg ermutigte die Amelunxer mit ihren positiven Erfahrungen. Der Dringenberger Dorfladen wird mit einem ähnlichen Konzept seit drei Jahren erfolgreich betrieben und erwirtschaftet Gewinne, die bisher wieder reinvestiert wurden. Die Dorfgemeinschaft bereichert der Dorfladen in vielerlei Hinsicht zum Beispiel mit Beteiligung an Dorfaktionen, als Treffpunkt mit Kaffee-Ecke und als Organisationszentrale für Projekte.

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