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Workshop für Frauen

Großes Interesse der Teilnehmerinnen

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Der Workshop der Baugewerbe-Innung Höxter-Warburg sorgte für interessante Einblicke und spannendes Lernen in Theorie und Praxis. Gerade führt Nadine von Heesen (Mitte) durch das Programm.

© Foto: Saskia Dreier

Istrup (ozm) - Einen Workshop für Frauen veranstaltete die Baugewerbe-Innung Höxter-Warburg im Ausbildungszentrum in Istrup. Wie „Frau“ kleinere Reparaturen im Haushalt selbständig ausführen kann, wurde den Kursteilnehmerinnen dabei unter der Leitung von Christian Perl, dem Ausbildungsleiter der Einrichtung, der sonst die angehenden Maurer unterrichtet, anschaulich vermittelt.
Alle zwanzig Plätze dieses Kurses waren innerhalb kurzer Zeit belegt, was zeigt, wie groß der Bedarf bei Frauen nach einem solchen handwerklichen Angebot ist.
„Das hatte ich nicht anders erwartet“, sagte Nadine von Heesen, die Initiatorin des Frauen-Workshops. „Frauen sind sehr interessiert daran, einiges im Haushalt selbst reparieren zu können, weil es dann auch schnell erledigt wird und wieder ordentlich ist.“ Dass diese Tätigkeiten längst keine Männer-Domäne mehr sind, dafür ist sie selbst der beste Beweis, ist sie doch Maurermeisterin und die stellvertretende Obermeisterin der Baugewerbe-Innung Höxter-Warburg.
So lernten die Teilnehmerinnen unter anderem, wie Rigipsplatten verspachtelt werden. Zunächst mussten alle die Spachtelmasse selbständig anrühren. Worauf dabei besonders zu achten ist, erklärte Nadine von Heesen und zeigte den Frauen dann, wie sie die Masse auf die Platten aufbringen, verteilen und glätten konnten. Nach einiger Übung hatten die Frauen den Dreh heraus und es machte ihnen offensichtlich auch Spaß. „Mein Mann macht solche Reparaturen zuhause nicht, oder es dauert mir zu lange“, erläuterte eine junge Teilnehmerin ihre Motivation für den Kurs. „Meiner weiß gar nicht, dass ich hier bin“, sagte eine andere Dame, was zu allgemeiner Erheiterung führte.
Wie man Silikonfugen ausbessert, zeigte Ausbildungsleiter Christian Perl, was ebenfalls auf großes Interesse stieß. „Je nach Pflege müssen diese Fugen im Bad ja alle paar Jahre schon erneuert werden“, so Perl, „sodass es wirklich sinnvoll ist, dies einmal zu üben.“ Die Frauen konnten an eigenen Modellen ihre Geschicklichkeit beim Führen der Silikonspritze unter Beweis stellen. Dass das gar nicht so einfach ist und man eine ruhige Hand braucht, merkten die Teilnehmerinnen schnell. Auch das Ausfugen mit Fugenmörtel wurde anschließend trainiert.
Spannend war der Umgang mit der Schlagbohrmaschine für die Frauen. Friedhelm Bröker, ein weiterer Mitarbeiter im Ausbildungszentrum, erklärte den Umgang mit diesem Gerät, mit dem in vielen Haushalten eher immer noch die Männer arbeiten. Bröker erläuterte, welches die passende Bohrmaschine für den jeweiligen Zweck ist, erklärte detailliert die Angaben auf den Dübelpackungen, welchen Bohraufsatz man wählen sollte und wie man die Einstellung der Bohrmaschine von Bohren auf Schlagbohren umstellen kann. Danach durften sich die Frauen selbst mit dem Gerät vertraut machen und eine eigens für diesen Zweck gemauerte Wand mit dem Bohrer durchlöchern, um Dübel und Schrauben zu befestigen.
„Es ist schön, diese gut ausgestatteten Räumlichkeiten mit diesem Workshop auch einmal anders mit Leben zu füllen als sonst im Alltag“, sagte der Obermeister der Baugewerbe-Innung, Felix Dreier, der als Hausherr im Ausbildungszentrum Istrup die Teilnehmerinnen ebenfalls begrüßt hatte. „Dadurch können wir als Innung diese Ausbildungsstätte einer breiteren Öffentlichkeit im Kreis Höxter bekannt und zugänglich machen.“ Das Ausbildungszentrum in Istrup wurde vor mehr als zwanzig Jahren von allen der Baugewerbe- und der Zimmerer-Innung angeschlossenen Betrieben gebaut und wird auch heute noch von diesen finanziert und unterhalten, um die übertriebliche Ausbildung zum Maurer und zum Zimmerer im Kreis Höxter auf einem hohen Niveau zu ermöglichen und zu halten, erläuterte der Obermeister weiter.
Da das Interesse an diesem Kurs so groß war, dass man nicht wenigen Frauen sogar absagen musste, werde es im Herbst einen weiteren Workshop für Frauen geben, versprach Ausbildungsleiter Christian Perl.

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