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Landesweiter Aktionstag

Jugendberufshilfe macht auf sich aufmerksam

Holzminden (ozm) - Eine Bank steht vor dem ehemaligen Reformhaus, junge Menschen in Handwerksmontur werkeln herum und verteilen Flyer…in der Holzmindener Fußgängerzone gab es trotz frostiger Temperaturen jede Menge Bewegung. Was war los? Der in der Kreisvolkshochschule seit 1992 angesiedelten Jugendberufshilfe drohen harsche finanzielle Einschnitte, weil EU-Gelder künftig nicht mehr im selben Maß fließen können, wie früher. Grund genug, im Rahmen eines Aktionstages auf sich aufmerksam zu machen und für die Fortsetzung der wichtigen Arbeit zu werben.

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Mitarbeiter der KVHS und Teilnehmer der Produktionsschule in der Holzmindener Oberen Straße während des Aktionstages zur Jugendberufshilfe.

© Foto: Peter Drews

Seit 30 Jahren fördert das Land Niedersachsen die Jugendberufshilfe. Wesentliche Mittel dafür kommen aus dem Europäischen Sozialfond. Doch dort werden aufgrund der Wirtschaftslage und wegen des anstehenden Brexits zukünftig weniger Mittel zur Verfügung stehen. Um die finanziellen Löcher zu stopfen, möchte das Land wiederum auch bei den Jugendberufshilfen kürzen. Niedersachsenweit hatte deshalb die Landesarbeitsgemeinschaft der Jugendsozialarbeit in Niedersachsen (LAG-JAW) zu einem Aktionstag aufgerufen, der in verschiedenen Städten zu unterschiedlichen Aktivitäten geführt hatte. In Holzminden nutzten die pädagogischen Mitarbeiter der früheren Jugendwerkstatt, die mittlerweile Produktionsschule Weser/Solling heißt, den vorhandenen Platz in der Holzmindener Fußgängerzone, um zusammen mit ihren Schülern auf das Geleistete in der Vergangenheit hinzuweisen.
Allein im Jahr 2018 hat das Pro-Aktiv-Center der KVHS 64 Jugendliche und junge Erwachsene bei der Bewältigung multipler Problemlagen begleitet und beraten. Nicht selten führte der Weg der Beratenen dann in die Jugendwerkstatt bzw. Produktionsschule, um sich beruflich so zu qualifizieren, dass sie eine berufliche Perspektive bekamen. Eine Unterstützung, die schon seit 1992 vielen geholfen hat. Denn mit der entsprechenden pädagogischen Unterstützung gelang es den Betroffenen in der Vergangenheit häufig, in ein geregeltes Erwerbsleben einzusteigen und nicht ins soziale Abseits abzurutschen.
Und ganz im Nebenbei trugen die in diesem Zusammenhang durch die jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren geplanten und realisierten baulichen Projekte auch noch zu Verschönerungen und Verbesserungen in der gesamten Region bei. So entstanden durch die Jugendwerkstatt/Produktionsschule Weser Solling unter anderem das Mittelalterdorf Bokenrode, das Hafenmeisterhäuschen an der Weser in Holzminden, das Außengelände des Heilpädagogischen Zentrums in Holzminden, das Außengelände der Holzmindener Tafel oder Spielplätze in vielen Ortschaften des Landkreises.
Sowohl die pädagogische Arbeit wie auch die Ergebnisse sind nun Bestandteil der im ehemaligen Reformhaus in der Oberen Straße gezeigten Ausstellung. Dort konnten interessierte Besucher nicht nur die bisherigen Projektabläufe nachvollziehen, eine Fotogegenüberstellung macht auch deutlich, was die Region ohne die einzelnen Bauprojekte verlieren würde. Und schließlich standen auch einzelne Projektteilnehmer sowie deren pädagogischen Betreuer bei Kaffee und Kuchen für eventuelle Fragen zur Verfügung.

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