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Niedersächsischer Klimaschutzpreis

Landkreis Holzminden unter den Preisträgern

Holzminden (ozm) - „Niedersächsische Klimakommune 2018“, so darf sich die Gemeinde Cremlingen nahe Braunschweig ab sofort nennen. Umweltminister Olaf Lies und der Präsident des Niedersächsischen Landkreistages Bernhard Reuter überreichten der Gemeinde und 13 weiteren Kommunen, darunter auch der Landkreis Holzminden, am Dienstagabend ihre Auszeichnungen im Wettbewerb „Klima kommunal 2018“.

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V.l.: Bernhard Reuter (Landrat Kreis Göttingen, Präsident des Niedersächsischen Landkreistages), Dr. Klüber-Süßle (Bereichsleiterin Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung), Dr. Linda Hartmann (Klimaschutzmanagerin im Landkreis Holzminden), Olaf Lies (Niedersächsischer Umweltminister) bei der Preisverleihung.

© Foto: Ulrich Pucknat

Der Wettbewerb wird von den kommunalen Spitzenverbänden Niedersachsens und dem Niedersächsischen Umweltministerium ausgelobt und zeichnet alle zwei Jahre herausragende kommunale Klimaschutzprojekte in Niedersachsen aus. Aus 46 Bewerbungen hatte eine Expertenjury 14 Preisträger ausgewählt, insgesamt 100.000 Euro Preisgeld wurden bei der feierlichen Preisverleihung des von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen durchgeführten Wettbewerbes im Alten Rathaus in Hannover vergeben. Der Holzmindener Landkreis wurde für sein Projekt Beschaffung mit einem Preisgeld in Höhe von 4000 Euro bedacht.
Bereits zum fünften Mal haben die niedersächsischen kommunalen Spitzenverbände und das niedersächsische Umweltministerium den Wettbewerb „Klima kommunal“ ausgelobt. Ziel dabei ist es, die vielen kreativen und innovativen lokalen Klimaschutzaktivitäten im Land einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und das kommunale Engagement zu würdigen. 35 Kommunen haben sich in diesem Jahr mit 46 Wettbewerbsbeiträgen beteiligt. Über die Vergabe der Auszeichnungen entschied eine achtköpfige Fachjury.
Professor Harald Welzer, Direktor der Stiftung FuturZwei für Zukunftsfähigkeit, hielt vor über 120 geladenen Gästen aus Politik, Kommunalverwaltungen und Wirtschaft einen Festvortrag. Er bezeichnete Landkreise, Städte und Gemeinden als die Orte, an denen die heute notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen ganz konkret realisiert werden könnten. Um diese Veränderungen flächendeckend voranzubringen, brauche es Geschichten des Gelingens. „Die Preisträger des Wettbewerbs Klima kommunal erzählen uns genau diese Geschichten.“ so Welzer.
Und eine dieser Geschichten kommt eben auch aus dem Landkreis Holzminden. Dass die Holzmindener Gebietskörperschaft ausgerechnet für ihre Bemühungen im eigenen Beschaffungswesen ausgezeichnet wurde, hat nicht zuletzt auch mit einer ungeheuren Fleißarbeit zu tun. Denn speziell beim Büromaterial mussten dafür extrem viele, noch dazu kleinteilige Bedarfsartikel unter die Lupe genommen werden. Ganz konkret ging es darum, bei diesen Gebrauchsprodukten nach nachhaltigen Alternativen zu suchen. Der Gesamtbedarf in diesem Bereich belief sich im Jahr 2015 allein auf rund 14.000 Produkte. Ca. 20% des finanziellen Auftragsvolumens bestand seinerzeit aus nachhaltigen Artikeln. Mittlerweile werden dagegen ca. 70% aller Produktarten - vom Klebeband über Bleistifte bis hin zu Trennblättern - unter der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten benutzt.
In diesem Bereich stecke ein enormes Potential, dass nicht selten unterhalb des Wahrnehmungsradars im Zusammenhang mit dem Umwelt- und Klimaschutz laufe, erklärt Klimaschutzmanagerin im Landkreis Holzminden, Dr. Linda Hartmann. „Dabei ist das ein wichtiges Instrument“, ist sie überzeugt. Immerhin 20% des Bruttoinlandproduktes würden jährlich für das Beschaffungswesen aufgewendet. „Damit können gezielt Umwelt- bzw. Klimaschutzbelange und mittelbar auch die Entwicklung innovativer umweltfreundlicher Produkte unterstützt werden“, ergänzt Hartmann. Deshalb sei man in der Holzmindener Kreisverwaltung gezielt dieses Thema angegangen.
Im Fokus stand neben der Umstellung im Beschaffungswesen auch die betriebliche Mobilität. Der innovative Charakter im Teilprojekt Mobilität bestand darin, alle Mitarbeitenden mithilfe eines eigens entwickelten Tools zum Mobilitätsverhalten zu befragen. Das Besondere an dem Gesamtprojekt: Es fand eine dezernatsübergreifende Zusammenarbeit mit Einbindung der Mitarbeitenden statt, die zur Einbeziehung von Klima- und Umweltschutzaspekten in der Kreisverwaltung Holzminden geführt hat.

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