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Fortbildung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter

Lehrer erkunden Weg vom Korn zum Brot

Höxter (ozv) Wo wächst das Getreide? Wie wird es verarbeitet? Den Weg vom Korn zum Brot verfolgten in einer Lehrerfortbildung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter rund 30 Pädagogen. Einblicke erhielten die Lehrkräfte bei der Bäckerei „Goeken backen“ in Bad Driburg. Die Besichtigung der laufenden Produktion in der Bäckerei gehörte ebenso dazu wie der Anbau des Getreides auf dem Acker.

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Die Landwirte Antonius Tillmann (links) und Georg Gievers (Bildmitte) berichteten von der Getreideaussaat, über die Pflegemaßnahmen bis hin zur Fruchtfolge. (v.l.) Martina Ahlemeyer, Birgit Kreutter und Katharina Dennemark von der Kath. Grundschule Nieheim fanden es spannend, über die Herausforderungen in der Landwirtschaft und im Bäckerhandwerk zu erfahren.

© Foto: Landw. Kreisverband Höxter

Der Landwirtevorsitzende Antonius Tillmann berichtet, dass in diesem Jahr aufgrund von Trockenheit und Hitze die Getreideernte kleiner ausfalle.
Benedikt Goeken, Geschäftsführer und Inhaber „Goeken backen“, stellt das Unternehmen und seine Entwicklung vor. Mit der Backgalerie ist eine gläserne Produktion beim Werk in Bad Driburg hinzu gekommen. Diese vermittelte Besuchern Einblicke auf die Arbeitsabläufe. So sahen die Pädagogen während der Führung die traditionelle Herstellung von Backwaren in der Backstube, Feinbäckerei sowie Konditorei.

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Besichtigung der laufenden Produktion in der Bäckerei „Goeken backen“ in Bad Driburg: (v.l.) Kristin Kröger (Sankt-Nicolaus Grundschule Peckelsheim), Helena Köring (Gemeinschaftsgrundschule Beverungen), Benedikt Goeken (Inh. „Goeken backen“), Antonius Tillmann (Landwirtevorsitzender) und Jens Mehler (Graf-Dodiko-Schule Grundschule in Warburg).

© Foto: Landw. Kreisverband Höxter


Wo wächst das Getreide? Nach der Bäckereibesichtigung ging es auf den Acker. Georg Gievers, Fachberater der Landwirtschaftskammer in Höxter erläuterte die Arbeits- und Wirtschaftsweisen im Getreideanbau. "Weizen nehme in Westfalen-Lippe, wie in ganz Deutschland, den größten Anteil der Getreidefläche ein und werde als Brotgetreide und Futtermittel verwendet. Gievers ging auf die Pflegemaßnahmen der Ackerkulturen ein. Nicht gleich jeder Befall oder jede Krankheit werde bekämpft - sondern erst dann - wenn der zu erwartende Schaden die Maßnahme rechtfertige. Die Landwirte bezeichnen das als „Schadschwelle“. Also nur, wenn es nötig sei, und dann so wenig wie möglich. Die Düngung der landwirtschaftlichen Kulturen erfolge auf der Grundlage von Bedarfsberechnungen und Bodenproben. Pflanzen benötigten genauso wie andere Lebewesen Nährstoffe. Die Nährstoffe, die dem Boden mit dem Erntegut wie Getreide, Mais oder Kartoffeln entnommen würden, kehrten nicht von allein dorthin zurück.
Landwirt Tillmann verdeutlicht, dass die Bauern in und mit der Natur leben und wirtschaften würden, sie seien fest mit ihrer Scholle verbunden. „Es ist unser ureigenes Interesse, eine nachhaltige Nutzungsfähigkeit, eine Vielfalt unserer Landschaften als Lebensraum für unsere Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten und zu fördern“, ergänzt Tillmann. Letztendlich wollen wir doch alle hochwertige Nahrungsmittel aus nachhaltigem Anbau, eine flächendeckende standort- und umweltgerechte Landbewirtschaftung. „Wir Landwirte wissen um die Herausforderungen hinsichtlich Artenvielfalt und stellen uns dieser Verantwortung.“
In der anschließenden Diskussion in der Bäckerei spricht Benedikt Goeken über die Chancen und Herausforderungen der Branche: Fachkräftemangel, höhere Mehrkosten wie Löhne oder Lkw-Maut, höhere Auflagen der Bäckereien, Verdrängungswettbewerb durch Discounter und SB-Backshops, Digitalisierung - Brot per App, bargeldloses Zahlen – seien zukünftige Themen. Nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks geht die Zahl der Bäckerreibetriebe seit Jahren zurück. 2017 gab es noch 11.347 Backstuben, 390 weniger als im Jahr zuvor. Im Jahr 2000 waren es noch nahezu doppelt so viele. Auf dem Lande habe es früher in jedem Dorf einen Bäcker, Metzger, Lebensmittelgeschäft und Pfarrer gegeben. Ein Lichtblick für die Branche: Es gibt wieder mehr Bäckerlehrlinge, 6.250 waren es 2017, ein Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schwierig bleibe aber die Suche nach Fachpersonal. „Wir haben in unserem Betrieb beispielsweise Flüchtlinge eingestellt und machen sehr gute Erfahrungen mit ihnen“, betont Benedikt Goeken.
„Für uns war der Tag eine spannende Entdeckungsreise in die Welt des Getreides und Backwerkes“, erklärt Martina Ahlemeyer von der Katholische Grundschule Nieheim. „Wir haben heute viel über das Korn, seine Qualitätsanforderungen, seine Verarbeitung und die Herausforderungen in der Landwirtschaft und dem Bäckerhandwerk erfahren.“
 

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