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Workshop für Seniorenbegleiterinnen

Märchen berühren unsere Seele

Holzminden (ozbs) - Märchen sprechen vor allem Gefühle an, eine Ebene, die bei Menschen mit Demenz lange erhalten bleibt. Während eines Workshops des Senioren- und Pflegestützpunktes im Landkreis Holzminden konnten Seniorenbegleiter und Seniorenbegleiterinnen jetzt mehr darüber erfahren, wie Märchenstunden zu einem lebhaften und bewegenden Ereignis werden können.

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„Märchen machen Mut", fanden auch L. Beer, A. Heger, A. Kozubek, S. Pagel (v. l.) „Viele Erwachsene sehen darin einen Teil ihres eigenen Lebens“.

 

© Foto: Silvia Kieven/ Landkreis Holzminden

Geleitet wurde der Workshop von Angelika Erfkämper. „Märchen berühren unsere Seele“, ist sich die passionierte Märchenerzählerin sicher, „in Märchen verbergen sich Weisheiten und Erkenntnisse für den Menschen.“ Die in den Geschichten verborgenen Botschaften hielten lebendige Bilder für die Seele bereit, weiß Erfkämper. Bei Demenzkranken weckten Märchen individuelle Gefühle, obwohl persönliche Erinnerungen vielleicht schon verloren gegangen schienen. Nicht selten könnten die Zuhörende in eine Welt eintauchen, die persönliche Ängste und Unsicherheiten in den Hintergrund treten ließen.
Besonders schön für Menschen mit Demenz sei es, wenn frei erzählt werde. Das ermögliche einen direkten Blickkontakt und eine begleitende Gestik. Bilder würden während des Erzählens in Worte gefasst, die eigene innere Bilder beim Zuhörenden entstehen ließen. „Märchen laden ein, in Gedanken auf die Reise zu gehen“, fasste Angelika Erfkämper zusammen. Genau eben dieses besondere Erlebnis konnten auch die Seniorenbegleiter und Seniorenbegleiterinnen des Senioren- und Pflegestützpunktes erleben. Angelika Erfkämper vermittelte Grundlegendes zur Kunst des Erzählens und gab einen Einblick in die Arbeit mit Märchen.
Die Workshop-Leiterin motivierte die Teilnehmenden zudem, Märchen auch in der Trauer- und Sterbebegleitung einzusetzen. „Sterben und Abschied nehmen sind die größten Grenzerfahrungen menschlichen Seins“, betonte Erfkämper. Märchen und Geschichten könnten in dieser Zeit des Übergangs für Sterbende und trauernde Angehörige eine große Hilfe sein. „
„Für alle Teilnehmenden war dieser Workshop eine große, besondere Erfahrung und eine Bereicherung für die eigene Begleitung von Seniorinnen und Senioren“, resümierte Silvia Kieven vom Senioren- uns Pflegestützpunktes nach dem Workshop. Es seien spannende Aktivierungsmöglichkeiten aufgezeigt worden, um das Wohlbefinden der betreuten Menschen zu verbessern

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