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Kreis und Städte ziehen an einem Strang

Mit gemeinsamer Strategie in die digitale Zukunft

Kreis Höxter (ozm) - Den digitalen Wandel in der Region wollen der Kreis Höxter und die zehn kreisangehörigen Städte gemeinsam gestalten. In enger Kooperation werden sie eine Digitalisierungsstrategie für die kommenden Jahre erarbeiten. Das wissenschaftlich begleitete Vorgehen wird in den nächsten vier Wochen in den politischen Gremien vorgestellt.

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Kreis und Städte ziehen mit einer gemeinsamen Digitalisierungsstrategie an einem Strang. Das interkommunale Vorgehen wird jetzt in den politischen Gremien vorgestellt. Darauf freuen sich (vorne von links) Landrat Friedhelm Spieker und der Sprecher der Bürgermeister, Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln, sowie dessen Kollegen (hinten von links) Carsten Torke (Steinheim), Rainer Rauch (Borgentreich), Hubertus Grimm (Beverungen), Lothar Stadermann (Allgemeiner Vertreter Stadt Höxter), Robert Klocke (Marienmünster), Hans Hermann Bluhm (Willebadessen), Franz-Josef Koch (Allgemeiner Vertreter Stadt Bad Driburg), Hermann Temme (Brakel) und Rainer Vidal (Nieheim).

© Foto: Kreis Höxter

„In rasanter Geschwindigkeit verändert die Digitalisierung die Art, wie wir leben, arbeiten, lernen und unsere Freizeit gestalten. Für den ländlichen Raum ergeben sich daraus Chancen, die wir gemeinsam herausarbeiten und nutzen wollen“, erklärt Landrat Friedhelm Spieker die Zielrichtung der interkommunalen Zusammenarbeit.
Im Blickpunkt stehen vor allem die Bereiche Wirtschaft, Bildung, Gesundheit, Tourismus, Umwelt, Mobilität und Verwaltung. „Wie können wir durch Digitalisierung Mehrwert schaffen? Für diese Frage suchen wir in den verschiedenen Handlungsfeldern nach Lösungen“, erklärt Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln als Sprecher der Bürgermeister im Kreis Höxter. Im Mittelpunkt stehe der Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger in Städten und Ortschaften.
Projektleiter Manuel Pawlik vom Kreis Höxter hat die Koordination übernommen. „Das gemeinsame Vorgehen hat viele Vorteile“, sagt er. So können kostspielige Einzellösungen, die oft mit anderen digitalen Verfahren nicht zusammen passen, und andere Fehlentwicklungen ebenso vermieden werden wie unnötige Doppelarbeit. „Im Rahmen einer interkommunalen Digitalisierungsstrategie treffen Kreis und Städte abgestimmte Entscheidungen“, erklärt Pawlik. Gemeinschaftlich bringen sie Digitalisierungsprojekte auf den Weg, die auf langfristige Entwicklungsziele ausgerichtet sind.
Fachlich begleitet wird das Projekt von einem bundesweit anerkannten Experten. 
Im Auftrag der Landesregierung hat Professor Björn Niehaves von der Universität Siegen 2018 eine großangelegte Studie zum Umgang von Kommunen mit dem digitalen Wandel durchgeführt. Dazu hat sein Forschungsteam alle 396 Kommunen und 31 Kreise im Land befragt und 22 Strategiedokumente von Kommunen im In- und Ausland analysiert. „Auf dieser Basis konnten Erfolgsfaktoren identifiziert werden, die sich auf die Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien positiv auswirken“, erklärt der Professor. Von diesem Erfahrungsschatz können der Kreis Höxter und die zehn kreisangehörigen Städte jetzt profitieren. „Wir sind deshalb froh, dass wir ihn haben gewinnen können“, betont Spieker.
Bevor die konkrete Arbeit an einer interkommunalen Digitalisierungsstrategie im November beginnt, stellen Projektleiter Manuel Pawlik und Teamkollege Karsten Oeynhausen den geplanten Strategieentwicklungsprozess in den politischen Gremien ausführlich vor, im September in den zehn Städten, am 1. Oktober im Kreistag.
Nach dem Auftakt-Workshop im November wird das Team von Professor Björn Niehaves bis Juni 2020 fünf weitere Veranstaltungen zur Strategieentwicklung durchführen. Der Prozess ist so aufgebaut, dass im Ergebnis eine selbst erarbeitete Strategie mit konkreten Maßnahmen vorliegen wird, die passgenau auf die Rahmenbedingungen des Kreises Höxter mit seinen Städten und Ortschaften zugeschnitten ist.
„Landesweit vorbildlich ist die enge Zusammenarbeit von Kreis und Städten bei der Erarbeitung einer Digitalisierungsstrategie mit gemeinsamer Zielrichtung“, hebt Professor Björn Niehaves eine Besonderheit hervor, die Modell für andere Kreise und Kommunen sein kann.
Landrat Friedhelm Spieker und der Sprecher der Bürgermeister, Michael Stickeln, freuen sich, dass der Schulterschluss gelungen ist. „Das gemeinsame Vorgehen wird sicherlich zu positiven Effekten führen, von denen alle profitieren können“, ist Spieker überzeugt. „Trotz der gemeinsamen Zielrichtung haben die Städte natürlich weiterhin die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu setzen“, ergänzt Stickeln. Die Stärke liege jedoch im Zusammenwirken aller zehn Städte.

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