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Landkreis Holzminden

Nach dem Sturm kommt der Käfer

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Trocken-warme Witterung begünstigt die Ausbreitung des Borkenkäfers in den Wäldern im Landkreis Holzminden. Auch der Wald am Burgberg ist befallen.

© Foto: Hoppe

Holzminden (ozm) - Das Jahr 2018 ist ein schwieriges Jahr für die Wälder in Südniedersachsen. Die anhaltende Wärme und Trockenheit fördern derzeit die massenhafte Vermehrung von Borkenkäfern, allen voran den Buchdrucker. Die Larven dieser nur etwa fünf Millimeter großen Käfer entwickeln sich unter der Rinde von Fichten und unterbrechen so den lebenswichtigen Saftfluss der Bäume, was häufig zum Absterben befallener Bäume führt. Förster und Waldbesitzer sollten deshalb verstärkt ein Auge auf möglicherweise befallene Bäume haben und sie frühzeitig aus den Beständen entfernen.
Gesunde Fichten können einen moderaten Borkenkäferbefall normalerweise durch Harzbildung abwehren. In diesem Jahr leiden die Bäume aber teilweise so stark unter der Trockenheit, dass sie nicht genügend Harz erzeugen können und dem Käferbefall schutzlos ausgeliefert sind. Dazu kommt, dass besonders viele Borkenkäfer in den Wäldern vorhanden sind. Der Sturm „Friederike“ hatte am 18. Januar schwere Schäden in den Wäldern angerichtet – Deutschlandweit sind etwa 10 Millionen Festmeter Sturmholz angefallen, mit Schadensschwerpunkten im Solling, dem Harzvorland und dem Harz. Das teils noch nicht aufgearbeitete Holz, die angeschobenen Bäume und aufgerissenen Waldränder boten zusammen mit dem warmen Temperaturverlauf im Frühjahr bereits der ersten Generation der Käfer ideale Brutbedingungen. Unter diesen sehr günstigen Bedingungen können sich in einem Jahr drei Generationen entwickeln und somit die Anzahl der Käfer etwa um das Tausendfache erhöhen. Einem derartig massenhaften Auftreten können auch ansonsten gesunde Bäume dann nichts mehr entgegensetzen. Im Landkreis Holzminden sind die flachgründigen und daher schlecht wasserversorgten Randbereiche von Solling und Vogler besonders vom Borkenkäferbefall betroffen.
Waldbesitzer und Förster sollten nun die befallenen Bäume möglichst frühzeitig erkennen, entnehmen und unschädlich machen, um einer weiteren Verbreitung entgegenzuwirken. Michael Buschmann von der Unteren Waldbehörde appelliert deshalb: „Die Waldbesitzer sollten jetzt ganz genau hinschauen. In einem frühen Stadium des Befalls deutet lediglich feines braunes Bohrmehl, das am Stamm herunterrieselt und sich an Rindenschuppen und in Spinnennetzen verfängt, auf die Tätigkeit der kleinen Käfer hin“. Warnsignale sind auch das Austreten von Harz und das Interesse von Spechten, die die Rinde abschlagen um an die Käfer und Larven zu gelangen. Waldbesitzer sollten gerade die frisch befallenen Bäume entnehmen und möglichst aus dem Wald abtransportieren, damit die nächste Generation gar nicht erst ausschlüpfen und erneuten Schaden anrichten kann. Das ist auch im Hinblick auf die nächste Jahre wichtig, weil die jetzt geschlüpften Käfer überwintern und im nächsten Frühjahr ihre Populationsentwicklung und somit den Befall stehender Fichten fortsetzen können.

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