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Ohne Hilfe geht es nicht!

Naturparkvertreter fordern vom Land finanzielle Unterstützung

Holzminden (ozm) - Seit 55 Jahren ist das Solling-Vogler-Gebiet Naturpark. Seit mittlerweile 32 Jahren gibt es dazu auch den unter der Regie der Holzmindener und Northeimer Landkreise sowie dem Land Niedersachsen geführten Zweckverband. Und der hat in den letzten 20 Jahren schon Etliches für die touristische Attraktivitätssteigerung der Region bewegt.

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Die Vertreter und Vertreterinnen der niedersächsischen Natur- und Geoparke mit den Landtagsabgeordneten vor dem niedersächsischen Landtag.

© Foto: Naturpark Lüneburg

Ob WildparkHaus oder Weserberglandweg, Hutewald oder Weidegenossenschaft: Kaum eine Kulturraumverbesserung, bei der der Zweckverband Naturpark Solling-Vogler nicht seine Finger mit im Spiel gehabt hätte. Doch ohne Umlageerhöhung für die Verbandsmitglieder geht es jetzt nicht mehr. Denn die erhoffte Landesförderung lässt auf sich warten, während angestoßene Projekte zusätzlich Zeit und Geld kosten. Bei einem Besuch in Hannover haben die Vertreter der Naturparke den Landtagsabgeordneten jetzt noch einmal die Problematik vor Augen geführt.
Aus allen Teilen Niedersachsens waren die Vorsitzenden und Geschäftsführer aller 14 Niedersächsischen Naturparke gekommen, um den Abgeordneten der SPD und CDU erneut die vielfältige Bedeutung der Naturparke für das Land und die Leute aus nah und fern zu erläutern. Und, nicht zuletzt, um endlich auch die lang ersehnte Förderung der Naturparke durch das Land Niedersachsen zu erreichen. Die Initiative stieß auf große Resonanz. Trotz laufender Debatte nahmen sich 15 Abgeordnete des Landtags Zeit für das Gespräch mit den Naturpark-Vertretern. Markus Bosse, Umweltpolitischer Sprecher der SPD, betonte zum Einstieg "Wir wissen dass die Naturparke gute, verlässliche Arbeit machen. Genau aus diesem Grund haben wir unsere Unterstützung im Koalitionsvertrag zugesagt". In dem Vertrag haben SPD und CDU vereinbart, dass das Land Niedersachsen die 14 Naturparke und zwei Geoparke angemessen bezuschussen wird. In anderen Bundesländern wird die Arbeit der Naturparke bereits erheblich durch die Länder unterstützt. Die Parke dort konnten damit einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, beispielsweise im sanften Tourismus oder im Bereich der Umweltbildung, erzielen.
Die Einlösung des politischen Versprechens ließ allerdings bislang auf sich warten. Nun, nach gut einem Jahr, ist die Geduld der engagierten Naturpark-Akteure und Kommunen Niedersachsens allmählich erschöpft. Landräte, Erste Kreisräte, Bürgermeister sowie die Geschäftsführungen der Parke haben den Abgeordneten deutlich gemacht, dass sie mit ihrem Engagement und den Möglichkeiten in den hauptsächlich kommunal getragenen Naturparken am Ende der Fahnenstange angekommen seien. Zwar böte das Land viele und tolle EU Mittel, aber auch die könnten nicht mehr abgerufen werden, da Aufwand und Ertrag für die Planung in keinem Verhältnis stünden und die Abwicklung von kleinen wie großen Projekten ohne weitere Personalressourcen nicht mehr leistbar wäre.
Beim Naturpark Solling-Vogler springen bisher die beiden beteiligten Landkreise Holzminden und Northeim in hohem Maße in die Bresche. Die jährlichen Unterhaltungskosten sind seit langem ein permanenter Posten im Haushaltsbudget der nicht eben gerade auf Rosen gebetteten Gebietskörperschaften. 60.000,- Euro stecken Holzminden und Northeim pro Jahr mittlerweile jeweils in den Naturpark. Und das nicht nur, um die Infrastruktur aufrechtzuerhalten, sondern vor allem auch, um das Vorhandene weiterzuentwickeln und zu verbessern. Denn schließlich geht es darum, für die Landschaft der Region zu werben, Touristen anzulocken und damit auch Arbeitsplätze zu schaffen sowie den Naherholungsraum für die einheimische Bevölkerung attraktiv zu gestalten.
Auch hier jedoch reicht das Geld längst nicht mehr aus, weil das vorhandene Personal der Vielzahl der zu bewältigenden Aufgaben kaum hinterherkommt. Neue, anspruchsvolle Projekte, wie etwa die momentan geplante und beantragte „Umsetzung einer Qualitätswanderregion“ gehen weit über die Arbeitskapazität des Naturparks hinaus. Bewegt werden kann da nur etwas, weil die Landkreise personell zusätzliche Unterstützung leisten.
Die niedersächsischen Landtagsabgeordneten betonten erneut, dass sie die dauerhafte Förderung der Niedersächsischen Naturparke mit aller Kraft vorantreiben wollen. „Wir werden uns einsetzen, die notwendigen Mittel für eine langjährige Förderung in den Haushalt des Landes einzubringen“, hat Martin Bäumer, Umweltpolitischer Sprecher der CDU, während des Besuches der Naturparkvertreter versprochen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Doch der Glaube, dass es schnell gehen könnte, ist trotzdem nur eingeschränkt vorhanden.
Für den Haushalt des nächsten Jahres jedenfalls hat die Verbandsversammlung des Naturparks Solling-Vogler schon im Frühjahr eine interimsmäßige Umlageerhöhung in Höhe von 23.000 Euro je Landkreis diskutiert. Der Holzmindener Kreisausschuss hat dem jetzt zugestimmt und eine entsprechende Empfehlung an den Kreistag gegeben.

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