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Ruth Happel in den Ruhestand verabschiedet

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Verabschiedung (v.l.): Ruth Happel und die Erste Kreisrätin Sarah Humburg.

© Foto: Landkreis Holzminden

Holzminden (ozm) - Ein 37-jähriges Engagement für Kultur und Bildung, das den Landkreis geprägt hat, ist zu Ende gegangen. Ruth Happel, zuletzt in der Kreisvolkshochschule als pädagogische Mitarbeiterin mit einem breiten Spektrum an Aufgaben betraut und darüber hinaus als Leiterin des Zentrums für ehrenamtliches Engagement (ZEE) tätig, geht in den wohlverdienten Ruhestand. Auf vielfältige Weise hat die Neurentnerin das kulturelle und pädagogische Leben, Erleben und Lehren im Landkreis über fast vier Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet. In einer kleinen Feierstunde wurde sie von der Ersten Kreisrätin Sarah Humburg, Vertretern der Personalstelle, des Personalrates und der KVHS offiziell verabschiedet.
Es braucht nur wenig, bis Ruth Happel ihren Weg zur Kreisverwaltung des Landkreises Holzminden fand und dort bis heute blieb. Nach ihrem sozialwissenschaftlichen Studium in Göttingen und einer Zwischenstation als Bildungsreferentin bei der Niedersächsischen Landjugend in Lüneburg begann Happel ihre Tätigkeit für die Kreisverwaltung ab September 1983 als Koordinatorin für das Landesprogramm zur Verbesserung der kulturellen Infrastruktur im Landkreis Holzminden. Schon ein Jahr später kam ihr die Übernahme des Schlosses Bevern durch den Landkreis für die von ihr übernommenen Aufgabe sehr entgegen. Denn das Schloss war der geeignete Ort, um dort ein lebendiges Kulturzentrum entstehen zu lassen. Dafür organisierte Ruth Happel zunächst einzelne Konzerte, aus denen sich nach und nach das klassische Meisterkonzertprogramm und auch die beliebte Reihe Gitarre, Folk etc. entwickelten. So entstand ein lebendiges Kulturprogramm mit Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen, Theaterinszenierungen und Konzerten, die teilweise auch als Open Air-Veranstaltungen im Schlossinnenhof zelebriert werden konnten. Besonders in Erinnerung mögen den Besuchern des Schlosses dabei auch die jährliche Inszenierung der bremer shakespeare company, Ausstellungen mit Mitgliedern der Neuen Frankfurter Schule oder ab 1999 die multimediale Inszenierung „Nächtliches Schloss-erleben“ sein. All diese Kultur-Events hatte Ruth Happel genauso mit ins Leben gerufen, maßgeblich begleitet oder geleitet wie die Koordination des Kreisfestes zum 175-jährigen Bestehen des Landkreises 2007.
Ab 1996, nach Auslaufen des Landesprogramms, führte Happel ihre Kulturarbeit als erste Kulturreferentin des Landkreises Holzminden fort. Die Stelle war zunächst nur halbtags angesetzt, denn schon zuvor hatte sie ihre Stelle nach der Geburt ihres ersten Sohnes acht Jahre lang mit einer Kollegin geteilt. In dieser Funktion übernahm sie auch die Geschäftsführung der Kulturstiftung des Landkreises und ab 2005 die Koordination des von der Kulturstiftung geförderten kreisweiten „Kultursommers“.
Ab 2008 dann wechselte Ruth Happel ins Büro von Landrat Walter Waske, um dort die Aufgaben Kommunikation und Projektmanagement zu übernehmen. Im Rahmen dieser Tätigkeit kümmerte sie sich beispielsweise um die Koordination und inhaltliche Konzeption des Weserberglandplans und hatte dabei unter anderem auch die Geschäftsführung der entsprechenden Lenkungsgruppe wie auch den Vorsitz bzw. die Geschäftsführung der Regionalen Bildungskonferenz inne. Sie war zudem Leiterin des Kreistagsbüros und zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und interne Kommunikation.
2011 schließlich wechselte sie in die Kreisvolkshochschule, um sich dort stärker der pädagogischen Arbeit zu widmen. Happel konzipierte in der KVHS Projekte wie das der Schulberufslotsen, die Schulsozialarbeit im Rahmen des vom Bund ins Leben gerufenen Bildungs- und Teilhabepakets und den Aufbau der Lernförderung. Später leitete sie den Bereich Gesellschaft, berufliche Bildung, Sprachen sowie Kunst und Kultur in der KVHS und übernahm ab 2013 das Zentrum für ehrenamtliches Engagement (ZEE).
Besonders der im Rahmen ihrer ZEE-Tätigkeit auch mit aufgebauten Leseförderung fühlt sie sich bis heute verbunden. „Die Leseförderung war mir immer eine Herzensangelegenheit“, sagt sie, deshalb werde sie sich auch nach Eintritt in den Ruhestand als ehrenamtliche Lesementorin betätigen. Überhaupt hat Happel sich seit ihrer Verrentung von der Kreisvolkshochschule noch nicht ganz verabschiedet. Derzeit hilft sie ihren Nachfolgerinnen immer noch, wenn Fragen auftauchen. Aus ihrer tiefen Verbundenheit zur Arbeit in der KVHS macht Ruth Happel keinen Hehl. „Mit der Tätigkeit in der Kreisvolkshochschule hat sich in meinem Berufsleben ein Kreis geschlossen“, erklärte sie bei ihrer Verabschiedung, „Bildungsarbeit war mir immer ein besonderes Anliegen. Ich hatte jedoch auch einen sozialen Anspruch und wollte Menschen dabei unterstützen, ihr Leben selbst zu gestalten.“ Die Erste Kreisrätin Sarah Humburg würdigte im Rahmen der Feierstunde zur Verabschiedung Happels die vielfältigen außerordentlichen Leistungen der Neurentnerin und dankte ihr für ihr langes unermüdliches Engagement.

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