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Ankündigung des Landrats des Kreises Höxter

Spieker tritt nicht mehr zur Landratswahl an

Von Peter Vössing
Höxter – „Ich werde nicht mehr zur Wahl antreten“, mit diesen Worten eröffnete Landrat Friedhelm Spieker ein Pressegespräch im Vorfeld der Kreistagssitzung. Nach zwei Amtszeiten als Chef der Höxteraner Kreisverwaltung möchte Spieker im Oktober nächsten Jahres in den Ruhestand gehen.

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Landrat Friedhelm Spieker vor dem ehemaligen Gebäude des König-Wilhelm Gymnasiums, der Schule an der er das Abitur machte. Das Gebäude ist heute Bestandteil der Kreisverwaltung.

© Foto: Vössing

„Wenn bei der Kommunalwahl am 13. September 2020 ein Landrat gewählt wird, dann bin ich 65 einhalb Jahre alt. Dann habe ich dreißig Jahre in verantwortlicher Position den Menschen der Region, zunächst als Bürgermeister der Stadt Brakel und dann als Landrat des Kreises Höxter gedient: Es hat rundherum Spaß gemacht. Ich bin seit einem halben Jahr stolzer Opa und möchte mich jetzt mehr um meine Familie kümmern", erläuterte Spieker seine Entscheidung. Er habe das Amt sehr gern ausgeführt, aber es wäre jetzt an der Zeit den Posten als Chef der Kreisverwaltung in die Hände eines Jüngeren zu übergeben.
Die Vorstellung eines Landratskandidaten seitens der CDU, der Partei Spiekers, soll voraussichtlich gegen Ende des Jahres erfolgen.
Zwei Perioden führte Landrat Friedhelm Spieker, der bei der letzten Wahl stolze 73 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte,das Amt im Dienste der Menschen seiner Heimat aus. Auf dieses letzte Wahlergebnis war er sehr stolz. In einem kurzen Resümee erklärte Spieker: „Ich bin in Brenkhausen geboren. Ich wollte immer eine Stimme meiner Heimat und des ländlichen Raumes sein. Immer haben die Metropolen im Fokus gestanden, die ländliche Region rangierte nur an zweiter Stelle und das, obwohl dort die Hälfte der Bevölkerung lebt. So langsam erhalten wir endlich die nötige Anerkennung und Unterstützung. Wir sind erhört worden, erst von der Bundesregierung und jetzt zieht die Landesregierung nach“, machte Spieker deutlich und war ein wenig stolz, dass er daran mitarbeiten konnte.
Um seine Zukunft ist dem Noch-Landrat nicht bange. Er will erst einmal ein Jahr lang zur Ruhe kommen, um sich nach dem arbeitsreichen Leben zu sortieren. Seine Ehrenämter, unter anderem ist er Vorsitzender des DRK, will er in Zukunft weiter aufrechterhalten. Seinen Blick möchte er verstärkt auf sein Steckenpferd, die Jagd, richten. „Ich wollte mal Biologielehrer werden, bin aber der damaligen Lehrerschwemme zum Opfer gefallen. Aber das Interesse an der Natur hat mich nie verlassen. Ich bin gerne in der Botanik. Selbstverständlich bleibe ich meiner Heimat erhalten. Ich wohne in Brakel und das soll auch so bleiben“, erklärte Friedhelm Spieker.
Als einen seiner größten Erfolge sah er bei der Diskussion über die SuedLink-Trassierung vor einigen Jahren seinen Einsatz mit den beiden Landräten aus Hameln und Bad Kissingen an. Dabei waren sie auf den Gesetzgeber zugegangen und hatten erreicht, dass eine Erdverkabelung priorisiert wurde.
Spieker bezeichnet sich selbst als ein Mann, der immer wieder das Gespräch mit den Menschen suchte. „Ich habe immer gefragt, was können wir besser machen. Dazu muss man wissen, was in der Bevölkerung gedacht wird“, verriet der Landrat sein Erfolgsrezept.
Stolz ist Spieker auch im Zuge der „Fridays for Future Debatte“ über die Nachhaltigkeit des Kreises Höxter. „80 Prozent des Stroms, der im Kreis Höxter verbraucht wird, wird regenerativ hergestellt. Wir reden nicht darüber, wir machen es einfach“, machte Spieker deutlich.
Zur Person von Landrat Friedhelm Spieker:
Am 27. März 1955 in Höxter geboren und in Brenkhausen aufgewachsen, hat Friedhelm Spieker 1974 sein Abitur am König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter abgelegt.
Nach der Wehrdienstzeit absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilian-Universität München, der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster und der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer mit dem Schwerpunkt Verwaltungswissenschaften.
Nach dem zweiten Staatsexamen 1984 arbeitete er als junger Jurist zunächst in einer Rechtsanwaltskanzlei. Von 1985 bis 1990 war er als Amtsleiter in der Stadtverwaltung Paderborn tätig.
1990 wurde Friedhelm Spieker als Stadtdirektor nach Brakel berufen und 1999 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Nethestadt gewählt. Bei der Kommunalwahl 2004 wurde er mit großer Mehrheit eindrucksvoll in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt.
Am 30. August 2009 wurde er mit 59,2 Prozent der Stimmen als Landrat des Kreises Höxter gewählt und trat sein Amt am 21. Oktober 2009 an. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sprachen ihm 73,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihr Vertrauen aus.
Friedhelm Spieker ist verheiratet mit Ehefrau Ilona und hat zwei erwachsene Kinder. In seiner knappen Freizeit ist er gern sportlich und in der freien Natur aktiv.

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