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HAWK und BBS in Holzminden

Trialisierung der dualen Berufsausbildung?

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Prof. Dr. Zulia Gubaydullina und Melanie Ebert (v.l.) im Gespräch mit Jordis Multhaup (vorne rechts) und weiteren angehenden Industriekaufleuten der BBS Holzminden.

© Foto: privat

Holzminden (ozm) - Der Bachelorstudiengang „Betriebswirtschaft berufsbegleitend“ an der HAWK und die berufsbildende Georg-von-Langen-Schule in Holzminden haben viel gemeinsam: Beide bieten Bildungsangebote im Bereich Betriebswirtschaftslehre und beide sind im digitalen Lehren und Lernen aktiv. Eine weitere Gemeinsamkeit sind junge Menschen, die bereits während oder nach ihrer Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/-frau an der HAWK studieren. Bei einem Besuch an der BBS tauschten sich Vertreter/innen beider Bildungseinrichtungen mit Schülerinnen und Schülern zum Thema Übergang von der Ausbildung ins Studium aus. Ziel ist, diesen zu vereinfachen und attraktiver zu gestalten. Zusätzlich wurden Studierende befragt, die neben oder nach ihrer Ausbildung an der HAWK studieren. Das Ergebnis wurde in einer Studie festgehalten.
Laut den Studierenden erfordern verschiedene Einstiegsmöglichkeiten ins Studium – zu Beginn, während oder nach einer dualen Berufsausbildung – eine gleichermaßen hohe Einsatzbereitschaft. Zwei Auszubildende, die parallel zu ihrer Ausbildung studieren, schilderten ihren Mitschüler/inne/n ihre Erfahrungen. „Klar ist es viel, aber gut machbar. Und es macht Spaß!“, so Jordis Multhaup.
Weiterhin zeigt die Befragung, dass bei einem parallelen Verlauf von Ausbildung und Studium die Studierenden durch viele inhaltliche Gemeinsamkeiten profitieren. Sie erleichtern das Lernen oder führen dazu, dass schulische Inhalte auf das Studium angerechnet werden, zum Beispiel in Rechnungswesen. Der individuell flexible Studienverlauf erleichtere den Einstieg, das parallele Studium verkürze die Gesamtdauer der Bildungsphase. Das Online-Studium sei berufsbegleitend ausgerichtet, die Präsenzveranstaltungen fänden meist an Samstagen statt. „Sie können das Studium flexibel an Ihre berufliche und private Situation anpassen und so die Belastung richtig dosieren“, erklärte Studiengangsleiterin Prof. Dr. Zulia Gubaydullina den angehenden Industriekaufleuten.
Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass die soziale Einbettung wichtig für den Erfolg des Studiums sei, besonders in der Online-Lehre. Daher würde alles, was die soziale Bindung unter den Studierenden fördert, begrüßt: die gemeinsame Begrüßungsveranstaltung, Präsenztage am Hochschulstandort, Gruppenarbeitsprojekte, Sommerfeste und Mentoring-Programme.
„Wir verfolgen in der Schule den gleichen Ansatz: Positive Gruppendynamik und gute Stimmung sind Voraussetzungen für die Lernerfolge“, so Dr. Stefan Behrens von der Georg-von-Langen-Schule. „Umso wichtiger ist es, dass unsere Auszubildenden und Absolvent/inn/en eine ähnliche weiterführende Bildungsentwicklung erleben.“
Für Schulleiter Andreas Hölzchen ist die Kooperation der regionalen Bildungseinrichtungen ein konsequenter Schritt in der Fachkräfteentwicklung und -bindung: „Für uns geht es darum, unseren jungen Leuten die bestmögliche Entwicklung zu bieten. Das heißt für alle Beteiligen: Kooperation. Wir an der BBS leben das.“ Es sei sicher nicht ihr letztes gemeinsames Treffen, resümieren die Vertreter/innen beider Institutionen.

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