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Tornado zieht durch Ovenhausen und Lütmarsen

"Twister" zerstört ganze Straßenzüge

Von Peter Vössing
Ovenhausen/Lütmarsen - Für die Bewohner der Gemeinden Lütmarsen und Ovenhausen war es ein Alptraum. Ein Tornado hatte sich in Ovenhausen aufgebaut und ist in östlicher Richtung durch Lütmarsen gezogen.

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Aufräumarbeiten in der Straße "Im Wiesengrund" in Lütmarsen.

© Foto: Peter Vössing

Mit einer Urgewalt zog die Windhose eine ca. 100 Meter breite Schneise der Verwüstung durch die Orte. Dächer wurden abgedeckt, Bäume knickten ab wie Streichhölzer und Gegenstände wurden hundert von Metern durch die Luft getragen.
„Es war gespenstisch. Auf einmal wurde alles dunkel und laut. Ein ohrenbetäubendes Rauschen kam auf, begleitet vom Knacken der umfallenden Bäume und herunterstürzenden Dachziegeln. Als ob ein D-Zug direkt durch mein Haus fährt. Mein einziger Gedanke war: jetzt so schnell wie möglich im Keller Schutz suchen“, erläuterte ein Anwohner das Geschehen.

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Mit Motorsäge und schwerem Gerät wurden in Ovenhausen entwurzelte Bäume und heruntergefallene Äste weggeräumt.

© Foto: Peter Vössing


So schnell wie das Unwetter gekommen war, war es auch schon wieder vorbei. Den Bewohnern bot sich danach ein Bild der Verwüstung. Fassungslos standen sie vor ihren abgedeckten Häuser oder entwurzelten Bäumen, die zum Teil auf ihre Häuser gestürzt waren. Bänke waren durch die Luft geflogen, Fensterscheiben zersplittert und Autos zerstört. Der Lütmarser Sportplatz wurde samt Vereinsheim komplett verwüstet. Der Sturm riss die Tore aus der Verankerung und der Zaun wurde umgeweht.

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Der Sportplatz in Lütmarsen wurde vom Tornado verwüstet.

© Foto: Peter Vössing


Bis auf eine Person, die im Höxteraner Krankenhaus behandelt wurde, sind die Menschen unverletzt geblieben. Für die Rettungskräfte wurde bei der enormen Schadenslage ein Großeinsatz gefahren.
Mehr als 180 Einsatzräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und DRK waren in den Ortschaften Ovenhausen, Lütmarsen und im Randgebiet Brenkhausen im Großeinsatz. Alle 13 Einheiten der gesamten Feuerwehr Höxter wurden alarmiert. Ganze Straßenzüge wurden abgesperrt und Bewohner mussten ihre besonders geschädigten Häuser verlassen. Es wurde sehr darauf geachtet, dass keine Menschen durch herunterfallende Ziegel verletzt wurden.

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Die Dächer wurden zunächst einmal notdürftig gesichert.

© Foto: Peter Vössing


Sofort machten sich die Menschen an die Arbeit, um die größten Schäden zu beseitigen, bzw. einen Zugang zum Haus zu schaffen. Die Straßen mussten mit Motorsägen von umgefallenen Bäumen befreit werden, damit Einsatzfahrzeug überhaupt zum Einsatzort fahren konnten. Ähnlich sah es in Ovenhausen, wo der Sturm ebenfalls ein Bild der Verwüstung hinterließ.
Am Samstagmorgen herrschte dann geschäftiges Treiben. Dachdenker-Firmen machte sich an die Arbeit, Dächer zunächst einmal notdürftig zu sichern. Die anfallenden Reparaturarbeiten werden sicherlich noch einige Wochen dauern. Mit schwerem Gerät wurden zudem die Bäume beiseite geräumt.

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Solidarität ist in Lütmarsen kein Fremdwort. Viele packten mit an.

© Foto: Peter Vössing


Die Solidarität in beiden Ortschaften war groß. Überall wurde fleißig mit angepackt, um die Straßen von Bäumen, Ästen, Dachziegeln etc. zu befreien. Schnell wurden im Ort Tische mit Imbiss und Getränken für die Helfer aufgestellt.
Hoher Besuch kam am Sonntag. Die NRW Heimatministerin Ina Scharrenbach machte sich zusammen mit der Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl und Bürgermeister Daniel Hartmann ein Bild von der Schadenslage im betroffenen Gebiet.
Die Bewohner der beiden Ortschaften Ovenhausen und Lütmarsen waren froh, dass keine Menschen ernsthaft zu Schaden gekommen waren. „Alles andere lässt sich reparieren“, waren sich die Menschen einig.

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