Drucken Versenden
Renaturierung der Nethe

Verbesserung und Optimierung der Wasserqualität

Brakel (ozv) - "Die Renaturierung der Nethe am Trompetersprung mit einer Projektfläche von 1,7 Hektar ist die zurzeit größte realisierte Maßnahme innerhalb des Kreises Höxter. Dieses interessante ökologische Gewässerkonzept dient der Verbesserung und Optimierung der Wasserqualität und der Wiederherstellung der Natürlichkeit des Flusses", berichtete Bürgermeister Hermann Temme bei einem Ortstermin mit allen Projektbeteiligten in Rheder.

Bild anzeigen

Freuen sich über die Realisierung dieser Maßnahme: (v.l.) Carsten Arentz (Bezirksverwaltungsstellenleiter Rheder), Johannes Bröker (Ortsheimatpfleger), Kai Otte-Witte (Geschäftsführer der IWUD Ingenieure für Wasser, Umwelt und Datenverarbeitung GmbH, Höxter), Frank Grawe (Landschaftsstation im Kreis Höxter e. V.), Dr. Burkhard Beinlich (Landschaftsstation im Kreis Höxter e. V.), Bürgermeister Hermann Temme, Rainer Runte (Bezirksregierung Detmold, Dezernat Ländliche Entwicklung, Bodenordnung), Christof Münstermann (Stadt Brakel, Sachgebiet Gewässer) und Dominik Schlenhardt (Abteilungsleiter Fachbereich Finanzen).

© Foto: Stadt Brakel

Christof Münstermann, zuständig für das Sachgebiet Gewässer bei der Stadt Brakel, erklärte, dass die Stadt mit dieser Maßnahme ihrer Verpflichtung zur Verbesserung der Gewässergüte entsprechend der europäischen Wasserrahmenrichtlinie folge. Im Jahr 2010 wurde der Standort der Renaturierungsmaßnahme im Rahmen eines übergeordneten Maßnahmen-Konzeptes für alle Gewässer im Kreis Höxter festgelegt und bereits in 2011 erfolgten die ersten Planungsschritte. Parallel wurde durch das Dezernat „Ländliche Entwicklung und Bodenordnung“ der Bezirksregierung Detmold zur Bereitstellung der Flächen eine kleinere Flurbereinigung geführt und erfolgreich abgeschlossen. Rainer Runte vom Dezernat Ländliche Entwicklung lobte die gute Zusammenarbeit mit den Grundstückseignern, die entsprechende Ersatzgrundstücke im Austausch erhielten.
Die endgültige wasserrechtliche Genehmigung durch den Kreis Höxter erfolgte im Januar diesen Jahres, sodass Ende Augst 2017 mit den Arbeiten begonnen werden konnte. Ziel des Projektes ist es, das Gewässer nach Abschluss der Maßnahme ökologisch aufzuwerten, so Münstermann weiter.
Kai Otte-Witte, IWUD Ingenieure für Wasser, Umwelt und Datenverarbeitung GmbH in Höxter, zuständig für die Genehmigungsplanung, erläuterte anschließend die Einzelmaßnahmen, wie die Profilierung von Gewässerschlingen, eines Altarmes und zwei sogenannter Blänken (Wasserflächen, die sich bei höheren Wasserständen der Nethe füllen) und die teilweise Abflachung der Ufer. 5.000 Quadratmeter neue Gewässerfläche wird entstehen, fast 7000 Kubikmeter Boden müssen dafür bewegt werden (rund 700 LKW-Ladungen). Als Abschluss der Maßnahme werden Initialpflanzungen von standortgerechten Gehölzen erfolgen. Bruthöhlen für Fledermäuse konnten zwischenzeitlich bereits fertiggestellt werden.
Die Landschaftspflegerische Projektbegleitung obliegt der Landschaftsarchitektin Sabine Turk aus Brakel-Siddessen sowie der Landschaftsstation im Kreis Höxter e. V. und die Bauleitung den IWUD Ingenieuren für Wasser, Umwelt und Datenverarbeitung GmbH, Höxter. Die bauliche Ausführung erfolgt durch die Firma Erdbau Hake aus Beverungen.
Dr. Burkhard Beinlich von der Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V. sieht in dieser Maßnahme große Vorteile für die Nethe als geschützten Lebensraum. Die Fischfauna wird von der Renaturierungsmaßnahme stark profitieren, da zusätzliche Laichbänke angelegt werden. Die hier stark zurückgegangenen Bestände der Äsche können sich beispielsweise nur erholen, wenn genügend Laichbänke aus entsprechendem Kiesmaterial für das Laichgeschäft dieser lachsartigen Fische zur Verfügung stehen.
Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2018 geplant, die Gesamtkosten liegen bei 297.000 Euro, bezuschusst mit 80 Prozent durch das Land Nordrhein-Westfalen.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder