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Stadt Höxter und Jacob Pins Gesellschaft

Vertrag für das Mahnmal unterzeichnet

Höxter (ozm) - Mit der Unterzeichnung eines Gestattungsvertrages zwischen der Stadt Höxter und der Jacob Pins Gesellschaft rückt die Errichtung eines Mahnmal zur Erinnerung an die Fürstenauer Opfer des Holocausts einen wichtigen Schritt näher.

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Fritz Ostkämper (1. Vorsitzender der Jacob Pins Gesellschaft, vorne links) und Bürgermeister Daniel Hartmann (vorne rechts) haben im Forum Jacob Pins im Beisein von Christine Kopplstätter (l., Kassenwartin der Jacob Pins Gesellschaft) und Stefan Fellmann (Dezernent für Schulen, Ordnung, Soziales und Recht sowie Vertreter der Stadt Höxter im Vorstand der der Jacob Pins Gesellschaft) den Gestattungsvertrag für das Mahnmal zur Erinnerung an die Fürstenauer Opfer des Holocausts unterzeichnet.

© Foto: privat

Mit dem Vertrag gestattet die Stadt der Jacob Pins Gesellschaft die unentgeltliche Nutzung der Fläche in der Ortschaft Fürstenau zur Errichtung des Mahnmals. Nach Errichtung wird die Stadt Höxter die Verkehrssicherungspflicht und die Unterhaltung des Mahnmals übernehmen.
„Ich freue mich, dass wir als Stadt hierdurch die Errichtung des Mahnmals unterstützen können“, sagt Bürgermeister Daniel Hartmann: „Es wird eine wichtige Erinnerung an die schrecklichen Taten während des Holocausts hier in unserer Stadt werden.“
1941 und 1942 wurden 21 Jüdinnen und Juden aus Fürstenau nach Riga und Theresienstadt deportiert. Von ihnen überlebten nur zwei: Carla Pins und Helmut „Harry“ Löwenstein.
Im Juni 2018 besuchte Harry Löwenstein gemeinsam mit seinen beiden Töchtern und seinem Schwiegersohn seine ehemalige Heimat Höxter und Fürstenau. „Von ihm stammt die Anregung zur Errichtung eines Mahnmals“, berichtet Fritz Ostkämper, Vorsitzender der Jacob Pins Gesellschaft.
Daraufhin setzten sich der Fürstenauer Dr. Michael Stoltz und die Jacob Pins Gesellschaft nachdrücklich für das Denkmal ein. Mit einer Spendenaktion wurden die notwendigen Mittel gesammelt. Auch Harry Löwenstein gab einen großen Beitrag dazu.
Zuvor hatte bereits der ehemalige Bürgermeister Alexander Fischer eine Ausfallbürgschaft der Stadt zugesichert, die nun nicht mehr nötig sein wird. „Daher freut es mich umso mehr, dass vor allem durch die Spendenbereitschaft in Bödexen und Fürstenau eine solches einspringen der Stadt unnötig geworden ist“, sagt Dr. Michael Stoltz, selbst langjähriges Mitglied der Jacob Pins Gesellschaft: „Unser Bürgersinn in Höxter steht für eine angemessene Erinnerungskultur an das jüdische Leben in unserer Stadt.“
Stefan Fellmann, Dezernent für Schulen, Ordnung, Soziales und Recht der Stadt Höxter, hat die gesellschaftlich, politisch und kunsthistorisch wichtige Arbeit der Jacob Pins Gesellschaft als vom Rat bestellter Vertreter der Stadt Höxter im Vorstand der Gesellschaft von Beginn des Forums Jacob Pins an begleitet. Er fügt hinzu: „Die Errichtung des Mahnmals ist ein weiterer wichtiger Schritt im Namen unseres Ehrenbürgers Jacob Pins gegen das Vergessen und das ständige Mahnen an uns alle, dass Rassismus, Nationalismus und Extremismus keinen Platz in unserer Gesellschaft bekommen dürfen.“
Den Entwurf für das Denkmal stammt von der aus Fürstenau stammenden Künstlerin Sabine Hoppe. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Errichtung und Einweihung immer wieder verschoben werden. „Wir hoffen, dass wir dies Anfang des neuen Jahres durchführen können“, verrät Dr. Stoltz.

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