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"Medizin in der Mitte"

Volkskrankheiten Adipositas und Herzrhythmusstörungen im Fokus

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Dr. Detlef Michael Ringbeck (l.), seit 2017 Chefarzt der neuen Medizinischen Klinik I am St. Josef Hospital Bad Driburg, hat die Veranstaltungsreihe "Medizin in der Mitte" ins Leben gerufen. Diesmal referierten Dr. Jörg Stachowitz über die Therapie von Herzrhythmusstörungen und Dr. Florian Dietl (v. l.) über die Adipositas-Chirurgie.

© Foto: KHWE

Bad Driburg (ozm) - Zum dritten Mal stellten Fachärzte im Bad Driburger Rathaus mit patientennahen Vorträgen das Leistungsspektrum des St. Josef Hospitals, das zum Klinikum Weser-Egge gehört, vor. Unter dem Motto "Medizin in der Mitte" referierten Chefarzt Dr. Florian Dietl über die Adipositas-Chirurgie und der Leitende Oberarzt Dr. Jörg Stachowitz über die Therapie von Herzrhythmusstörungen.
Bei krankhaft starkem Übergewicht hilft in aller Regel keine Diät mehr, die Betroffenen schaffen es oft nur noch mithilfe sogenannter bariatrischer Operationen, aus dem Teufelskreislauf von "Jojo-Effekten" auszubrechen. OPs wie beispielsweise Magenverkleinerungen und Bypässe nehmen Dr. Florian Dietl und sein Team am St. Josef Krankenhaus vor, dafür wurden sie kürzlich als Adipositas-Kompentenzzentrum zertifiziert. "Wir wenden heute für solche Eingriffe die Schlüssellochtechnik an, bei der wir nur sehr kleine Schnitte machen müssen. Das ist medizinisch anspruchsvoll, aber für die Patienten sehr schonend." Im Schnitt verlieren die Patienten, die zuvor häufig etwa 150 bis 200 Kilogramm auf die Waage bringen, im ersten Jahr nach der OP 60 bis 80 Prozent ihres Körpergewichts. "Das wichtigste für uns ist dabei aber eigentlich gar nicht die Gewichtsreduktion an sich, sondern die vielen Begleiterkrankungen, die damit verschwinden, zum Beispiel Diabetes", erklärte Dr. Dietl.
Mit einer anderen Volkskrankheit beschäftigte sich Dr. Jörg Stachowitz, seit kurzem Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik I mit den Schwerpunkten Kardiologie und Intensivmedizin: Mit dem demografischen Wandel und steigender Lebenserwartung nehmen Herzkrankheiten rasant zu, gleichzeitig verbessern sich aber auch die Therapiemöglichkeiten. Seit über 50 Jahren setzen Kardiologen Herzschrittmacher zur Beschleunigung der Herzfrequenz ein, wobei die Materialien immer kleiner und flexibler geworden sind. Bei schnellen Herzrhythmusstörungen können auch Defibrillatoren implantiert werden und Leben retten. Zur Behandlung besonderer Formen der Herzschwäche setzen Fachärzte heute bis zu drei Elektroden ein und verbessern die Herzfunktion über eine Resynchronisation beider Herzkammern. Anhand einer Sammlung von Herzschrittmachern und Elektroden schilderte Dr. Jörg Stachowitz die rasante Entwicklung der Rhythmustherapie.
Im Anschluss an die Vorträge hatten die rund 40 Zuhörer im Bad Driburger Rathaus die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen.

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