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Einigkeit beim Runden Tisch

Weidetierhaltung braucht Unterstützung

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Die Beweidung ist ein wichtiger Faktor für die Erhaltung des extensiven Grünlandes und seiner Artenvielfalt. (v.l.: Kurt Hapke, Geschäftsführer Naturpark Solling-Vogler; Karl-Friedrich Meyer, Vorstand Landvolk Niedersachsen; Rainer Sander, Landvolk Weserbergland; Ute Grothey, Geschäftsführerin Landschaftspflegeverband Göttingen; Frank Kohlenberg, Vorsitzender Landvolk im Landkreis Holzminden; Erika Voss, Projektbüro Kooperativer Naturschutz im Naturpark Solling-Vogler; Heike Jandt, Untere Naturschutzbehörde LK Holzminden; Jörg Gebauer, Vorstand Landvolk Northeim-Osterode; Dr. Ansgar Hoppe, Projektleiter Kooperativer Naturschutz; Ronja Bollmann, Untere Naturschutzbehörde LK Northeim; Gerhard Rudolph, Geschäftsführer Landvolk Northeim-Osterode; Holger Schwerdtfeger, Weideprojekte im Naturpark Solling-Vogler.

© Foto: L. Unterbarnscheidt

Holzminden (ozm) - Gemeinsam mit dem Landvolkverband soll die Weidetierhaltung gestärkt werden, so das Ergebnis des Runden Tisches beim Projektbüro Kooperativer Naturschutz des Naturpark Solling-Vogler in Holzminden kurz vor Jahresende. Grundlage dafür ist das von den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Holzminden, Goslar, Göttingen und Northeim, dem Landschaftspflegeverband Göttingen und dem Projektbüro erarbeitete „Aktionsprogramm südniedersächsisches Grünland“.
Inhalt des Aktionsprogramms sind neben der Forderung nach angemessener finanzieller Unterstützung auch Vorschläge zur Ergänzung des aktuellen Fördersystems passend für die Rahmenbedingungen im südniedersächsischen Bergland sowie für die flächendeckende Einrichtung einer Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe in Schutzgebieten.
Erforderlich ist generell eine höhere Wertschätzung der Weidetierhaltung. Denn die Weidetierhaltung stellt in unserer Region nicht nur ein seit Jahrhunderten wichtiges kultur- und landschaftsprägendes Element dar, die Nutzung der Weiden durch die Nutztiere sorgt in diesen sonst nur schwer zu pflegenden Mittelgebirgslagen auch dafür, dass die besonders hohe Artenvielfalt von heimischen Pflanzen und Tieren erhalten bleibt.
Allerdings ist gerade dort die Weidetierhaltung aufgrund der geringen Produktpreise und des erhöhten Aufwandes nicht mehr ökonomisch durchführbar. Das landwirtschaftliche Fördersystem, welches zur Erhaltung einer naturschutzgerechten Bewirtschaftung geschaffen wurde, ist bisher unzureichend an die besonderen Herausforderungen in Südniedersachsen angepasst, Zahlungen wie die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete und die versprochene Weidetierprämie wurden wieder abgeschafft. Dazu kommt ein immenser bürokratischer Aufwand bei der Beantragung von Förderungen und dem damit verbundenen hohen Anlastungsrisiko über mehrere Jahre, weshalb aktuell die konkrete Gefahr der Betriebsaufgabe etlicher Weidetierhalter besteht.
Nur mit einer Entschärfung der massiven Benachteiligung der Weidetierhaltung in Südniedersachsen und einer von Landwirtschafts- und Naturschutzpolitik gemeinsam
getragenen Unterstützung kann sich die Attraktivität dieser, unsere Region so prägenden Wirtschaftsform, wieder erhöhen. Dazu wird es in Kürze Gespräche mit der Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast und dem Umweltminister Olaf Lies geben.

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