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NABU lädt zur Mithilfe an den Krötenzäunen ein

Wettlauf zu den Laichgewässern beginnt

Weserbergland (ozv) - Die milden und feuchten Nächte haben den Amphibien Lust auf Fortpflanzung gemacht: am Wochenende haben im Flachland in vielen Regionen Deutschlands die Amphibienwanderungen begonnen.

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Feuersalamander

© Foto: Bruno Scheel

„Die ersten Meldungen über Laichwanderungen liegen dem NABU bereits vor“ weiß Britta Raabe aus der NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland. Nicht nur in Schaumburg, sondern auch aus Hameln-Pyrmont, aus Hildesheim und Holzminden haben sich die ersten interessierten Bürger gemeldet.
Vor einigen Tagen lag noch Schnee und jetzt haben die Amphibien schon ideale Wanderbedingungen: bei sieben Grad Celsius in der Nacht und leichtem Nieselregen laufen und springen sie wieder – zum Beispiel Grasfrösche, Erdkröten und Fadenmolche.  „Die hohe Anzahl an vielerorts beobachteten Erdkrötenweibchen lässt auf eine kurze und heftige Wanderungszeit schließen“ vermutet Raabe -„ geeignetes, warmes Wetter vorausgesetzt“.

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Teichfrosch

© Foto: Kathy Büscher


So sind die Amphibienschützer des Naturschutzbundes und viele helfende Hände wieder unterwegs gewesen und bauten Krötenschutzzäune auf. Doch vielerorts macht den Amphibienschützern der teils nur oberflächlich aufgetaute Boden Schwierigkeiten. Nur mit großer Kraftanstrengung lassen sich die Zäune befestigen und die Löcher für die Sammeleimer ausheben. Und am Wochenende ist erneuter Frost im Weserbergland angesagt. Das gute Krötenwetter verschlechtert sich also wieder. Polare Luft bringt zum Ende der Woche den Winter zurück. Spätestens dann dürften die Amphibienwanderungen selbst in geschützten Lagen wieder zum Erliegen kommen.

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Grasfrosch

© Foto: Kathy Büscher


„Wenn es danach endlich wieder wärmer wird, beginnen die nächtlichen Wanderungen von neuem“ sagt Raabe und weist darauf hin, dass die vielen Freiwilligen an den Amphibienschutzzäunen jede Unterstützung, jede helfende Hand gebrauchen können. Wer aktiv werden möchte, kann sich gern in der Geschäftsstelle nach dem nächsten Amphibien-Team und dem nächstgelegenen Krötenzaun erkundigen. „Bei den Schutzzäunen zu helfen, macht wirklich Spaß“ sagt Raabe, die selbst allabendlich vor der eigenen Haustür sammelt und „ihre“ Kröten über die Straße ins Laichgewässer nahe der Weser  bringt.
Leider ist immer wieder zu beobachten, dass viele Autofahrer die Geschwindigkeitsbegrenzungen und die aufgestellten Warnschilder „Krötenwanderung“ ignorieren würden. „Offensichtlich ist nicht bekannt“ vermutet Raabe, „dass die Tiere nicht nur durch Überfahren sterben, sondern viel häufiger durch den starken Strömungsdruck vorbeifahrender Fahrzeuge“. Sie möchte daher alle Fahrzeughalter aufrufen, sich an die ausgewiesenen Geschwindigkeiten zu halten, damit die Amphibien auch an Stellen ohne Schutzzäune eine Chance haben.
 www.NABU-Weserbergland

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