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Mehr „Warum nicht“ anstatt „Ja aber“

Wirtschaftsdialog für Frauen begeisterte 80 Teilnehmerinnen

Kreis Höxter (ozm) - Beim 4. Wirtschaftsdialog für Frauen im Kreis Höxter genossen 80 Teilnehmerinnen eine Mischung aus Netzwerken, Talkrunde und Impulsvortrag.

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V.l.: Lisa Valentin-Kalisch, Tatjana Disse, Hedwig Wecker, Gabriele Hanke, Grit Wunderlich, Gaby Böker, Elisabeth Dröge, Larissa Budde, Dr. Kerstin Gernig und Stephanie Viehhofer gestalteten den 4. Wirtschaftsdialog für Frauen.

© Foto: privat

Dr. Kerstin Gernig, Buchautorin und Coach aus Berlin, ermutigte zu Veränderung und zum Entdecken des eigenen Potenzials. „Hören Sie auf die eigene Stimme und nicht auf andere“, so Dr. Gernig. Ein ‚Ja aber‘, das oftmals von Freunden oder Kollegen geäußert wird, bremst uns aus und trägt letztlich nicht zur Entscheidungsfindung bei. „Es bringt sie weiter, wenn sie mehr ‚Warum nicht‘ denken und sich somit alternative Wege erschließen.“
Die Autorin, die zwei Jahre lang an ihrem Buch „Werde was du kannst“ arbeitete, traf in ihrer Lebensmitte selbst die Entscheidung, ihrem Leben noch einmal eine neue Richtung zu geben. Die leitende Angestellte sah beruflich keine Herausforderung mehr und wollte sich nicht weiter mit Routine zufrieden geben. Obgleich sie nicht vom Elternhaus vorgeprägt war, ging sie in die Selbstständigkeit. Sie bereut die Entscheidung nicht, im Gegenteil: “Ich bin bei mir angekommen und brenne für mein eigenes Unternehmen.“
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Talkrunde mit vier heimischen Unternehmerinnen. Trainerin und Coach Grit Wunderlich aus Kassel, die selbst den Kreis Höxter als ihre berufliche Heimat bezeichnet, moderierte gekonnt. Sie entlockte spritzig deren persönliche Erfolgsstrategien:
Lisa Valentin-Kalisch übernahm als Geschäftsführerin die elterliche Tischlerei in Höxter. Sie saß als Kind auf dem Schoß des Meisters und sieht im Betrieb eher eine große Familie. “Als ausgebildete Tischlerin und Betriebswirtin weiß ich, dass ich es kann. Da gibt es nichts in Frage zu stellen.“
„Bei Entscheidungen müssen Kopf und Bauch zusammenpassen, aber letztlich zählt der Bauch“, sagt Stephanie Viehhofer, Geschäftsführerin ALVI Höxter. Als einer der Markenführer im Bereich Babyausstattung stellt sich ALVI mit Produktionsstandorten in Höxter und in Polen dem internationalen Markt.
Larissa Budde schätzt ihre Position als angestellte Geschäftsführerin bei Chemical Check in Steinheim. Neben dem eigenen Verantwortungsbereich im internationalen Dienstleistungsgeschäft im Bereich Gefahrstoffe schätzt sie bei weitreichenden Entscheidungen den Austausch mit der Inhaberin und das Abwägen verschiedener Möglichkeiten.
Auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter setzt Hedwig Wecker, Geschäftsführerin von Gockeln Metallbau in Borlinghausen. „Wenn ich in die Gesichter meiner Leute schaue und Zufriedenheit spüre, dann geht es mir gut. Dann kann ich, wenn es knirscht auch mal sagen, los – wir müssen das schaffen, packt an.“ Zur Situation im globalen Wettbewerb befragt, legt die Unternehmerin den Finger in die Wunde: „Im Kreis Höxter benötigen wir dringend das schnelle Internet. Wir sind abgehängt, wenn wir von unserem Auftraggeber die Zeichnungen mit großem Datenvolumen nicht herunterladen können“.
Auf die positiven Entwicklungen im Kreis Höxter hatte Landrat Spieker in seinem Grußwort hingewiesen und in dem Zusammenhang die bereits erfolgten Schritte für eine Förderung des Breitbandausbaus, wie u. a. die Einführung eines Breitbandkoordinators, vorgestellt. Zudem ging er auf die laufende Standortkampagne „Die Region plus X“ zur Gewinnung von Fachkräften ein, die die Vorzüge des Kreises kompakt darstellt.
Das Veranstaltungsteam aus Gaby Böker, Kreis Höxter, Tatjana Disse, GfW Höxter, Elisabeth Dröge, Unternehmerin aus Bad Driburg und Gabriele Hanke, Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL freute sich, dass es ihm erneut gelungen ist, eine interessante und informative Veranstaltung anzubieten. Dazu wurde die Aula der Kreisverwaltung stilsicher und perfekt in Szene gesetzt. Ihrem Ziel, Frauen mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund miteinander ins Gespräch zu bringen, ist das Team mit dem Wirtschaftsdialog gerecht geworden.

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